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Rot-rot-grüne Koalition hat die Arbeit aufgenommen

Vereidigung des Regierenden Bürgermeisters
 

Bürgernähe und soziale Gerechtigkeit sind die bestimmenden Themen der neuen Koalition, die am Donnerstag mit einer ersten Sitzung des Senats ihre Arbeit aufgenommen hat.

Zuvor war am Morgen Michael Müller als Regierender Bürgermeister wiedergewählt worden. In geheimer Abstimmung stimmten 88 Abgeordnete für ihn, es gab 68 Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. 158 Stimmen wurden abgegeben. Nach der Vereidigung des Regierenden Bürgermeisters im Abgeordnetenhaus wurde die Sitzung zunächst für 75 Minuten unterbrochen, um die Ernennung der neuen Senatorinnen und Senatoren zu ermöglichen. Die SPD stellt neben dem Regierenden Bürgermeister vier Senatsmitglieder, Linke und Grüne je drei.

Die SPD stellt mit Michael Müller den Regierenden Bürgermeister einschließlich der Senatsverwaltung für Wissenschaft und Forschung sowie die Senatsverwaltung für Finanzen mit Matthias Kollatz-Ahnen, die Senatsverwaltung für Inneres und Sport mit Andreas Geisel, die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie mit Sandra Scheeres sowie die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung mit Dilek Kolat.

DIE LINKE stellt mit Klaus Lederer einen Bürgermeister und die Senatsverwaltung für Kultur und Europa, die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen mit Katrin Lompscher sowie die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales mit Elke Breitenbach.

BÜNDNIS 90/ Die GRÜNEN stellt mit Ramona Pop eine  Bürgermeisterin und die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz mit Regine Günther sowie die Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung mit Dirk Behrendt.

In der ersten Senatssitzung wurden auf Vorschlag der jeweiligen Senatorinnen und Senatoren eine Reihe von Staatssekretären ernannt.  Es wechseln Staatssekretär Steffen Krach, bisher Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, und Staatssekretär Prof. Dr. Engelbert Lütke Daldrup, bisher Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, in die Senatskanzlei sowie Staatssekretär Christian Gaebler, bisher Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, in die Senatsverwaltung für Inneres und Sport.

Beschlossen wurden des Weiteren die Ernennungen von Barbara König zur Staatssekretärin der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, von Sabine Smentek zur Staatssekretärin der Senatsverwaltung für Inneres und Sport, von Daniel Tietze und Alexander Fischer zu Staatssekretären der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, von Margit Gottstein zur Staatssekretärin der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung, von Dr. Torsten Wöhlert zum Staatssekretär der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, von Jens-Holger Kirchner und Stefan Tidow zu Staatssekretären der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz sowie von Christian Rickerts zum Staatssekretär der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe.

Gleichzeitig wurden die bisherige Bevollmächtigte beim Bund und Europabeauftragte des Landes Berlin, Staatssekretärinnen Hella Dunger-Löper, die Staatssekretärinnen Barbara Loth (bisherige Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen) und Sabine Toepfer-Kataw (bisherige Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz), sowie die Staatssekretäre Bernd Krömer (bisherige Senatsverwaltung für Inneres und Sport) und Dirk Gerstle (bisherige Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales) in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Aus dem Dienst entlassen wurde der bisherige Staatssekretär für Kultur, Tim Renner.

In der heutigen Senatssitzung wurden Sawsan Chebli zur Staatssekretärin und Bevollmächtigten des Landes Berlin beim Bund, Martina Gerlach zur Staatssekretärin der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung und Dr. Andrej Holm zum Staatssekretär der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen ernannt.

 

Rot-rot-grüner Koalitionsvertrag unterzeichnet

Koalitionsvertrag unterzeichnet
 

SPD, Linke und Grüne haben am Morgen des 8. Dezember den gemeinsamen Koalitionsvertrag unterzeichnet. Nachdem sich die Delegierten auf den Parteitagen von SPD und Grünen mit jeweils klaren Mehrheiten für den Vertrag ausgesprochen hatten, hatten auch die Mitglieder der Linkspartei in einer Mitgliederbefragung mit 89,3 Prozent zugestimmt.

zum Koalitionsvertrag

 

 

Stabilitätsrat bestätigt erneut Berliner Konsolidierungserfolg – Verfahren zur Sanierung des Haushalts endet wie geplant

 

Das Land Berlin wird das seit dem Jahr 2011 laufende Verfahren zur Sanierung des Landeshaushalts wie geplant mit Ablauf des Haushaltsjahres 2016 erfolgreich abschließen. Zu dieser Einschätzung kam der Stabilitätsrat von Bund und Ländern in seiner gestrigen Sitzung in Berlin.

Der Stabilitätsrat befasste sich mit dem vom Land turnusgemäß vorgelegten Sanierungsbericht. Angesichts eines erwarteten erneuten positiven Jahresergebnisses und der dadurch möglichen Schuldentilgung stellte er fest, dass das Land Berlin auch im laufenden Jahr die vereinbarte Obergrenze der Nettokreditaufnahme deutlich unterschreiten wird. Das Gremium wird in seiner Sitzung im Juni 2017 nach Vorlage eines abschließenden Berichts des Landes Berlin über die Entlassung des Landes aus dem Sanierungsverfahren entscheiden.

Dazu erklärte Finanzsenator Dr. Matthias Kollatz-Ahnen: „Mit unserem Sanierungsbericht haben wir nachgewiesen, dass Berlin wie schon in der Vergangenheit seinen Konsolidierungsverpflichtungen nachgekommen ist und seinen Haushalt erfolgreich saniert hat. Im laufenden Jahr werden wir zum fünften Mal in Folge einen Überschuss erzielen. Wir haben damit eine gute Grundlage dafür geschaffen, gezielt in die Zukunft der wachsenden Stadt Berlin zu investieren und gleichzeitig eine solide Haushaltsführung zu gewährleisten.“

Der Finanzsenator betonte, das Land nehme den Hinweis des Stabilitätsrates ernst, demzufolge die gegenwärtig günstigen Rahmenbedingungen nicht dazu verleiten dürften, nicht nachhaltig finanzierte Haushaltsbelastungen einzugehen und bisher Erreichtes aufs Spiel zu setzen.

Außerdem beriet der Stabilitätsrat über die von allen Ländern und dem Bund jährlich zu erstellenden Stabilitätsberichte, in denen anhand bestimmter Kennziffern dargelegt wird, ob dem Bund oder einem Land eine Haushaltsnotlage droht. Nachdem der Stabilitätsrat im Jahr 2011 festgestellt hatte, dass den Ländern Berlin, Bremen, Saarland und Schleswig-Holstein eine solche Haushaltsnotlage drohte, wurden mit diesen Ländern zunächst bis zum Jahr 2016 laufende Sanierungsverfahren vereinbart. Der Stabilitätsrat hat in seiner heutigen Sitzung festgestellt, dass dem Land Berlin ebenso wie dem Bund und der überwiegenden Mehrzahl der Länder keine Haushaltsnotlage droht. Weiterhin auffällig sind allein die Ergebnisse für Bremen und das Saarland, deren Sanierungsverfahren deshalb verlängert werden sollen.

 

Senat beschließt Änderung des SIWA-Errichtungsgesetzes - Nachhaltigkeitsfonds soll angelegt werden

Der Senat hat heute dem Entwurf des Gesetzes zur Änderung des Gesetzes über die Errichtung eines Sondervermögens Infrastruktur der Wachsenden Stadt (SIWA ErrichtungsG) zugestimmt. Der Gesetzentwurf wird nun beim Abgeordnetenhaus eingebracht.

In den kommenden zehn Jahren soll die öffentliche Infrastruktur Berlins in gesteigertem Umfang saniert, modernisiert und ausgebaut werden. Bestehende finanzielle Spielräume sollen genutzt werden, um nötige Zukunftsinvestitionen in Bildung, Infrastruktur oder ökologische Modernisierungen, die das Bevölkerungswachstum Berlins erforderlich macht, zu tätigen.

Gleichzeitig gilt es, die erreichten Konsolidierungserfolge nicht zu gefährden und weiterzuführen. Berlin muss finanziell auch für solche Zeiten gewappnet sein, in denen die finanzkraftabhängigen Einnahmen weniger stark wachsen oder gar sinken. Um zu verhindern, dass im Fall einer konjunkturellen Krise entweder die Schuldenbremse nicht eingehalten werden kann oder öffentliche Ausgaben in unerwünschtem Maße zurückgeführt werden müssen, gilt es, Puffer zu schaffen, um bis 2020 jederzeit die Einhaltung der Vorgaben für das strukturelle Defizit zu gewährleisten.

Mindestens 80 Mio. € des vorläufigen Haushaltsüberschusses sollen daher auch zukünftig zur Schuldentilgung verwendet werden. Zudem wird ein „Nachhaltigkeitsfonds“ angelegt. Entnahmen aus dem Fonds sind nur zum Zwecke der Zuführung an den Landeshaushalt zulässig und dürfen frühestens ab dem Haushaltjahr 2019 erfolgen.

Berlin bereitet sich damit von einer soliden Basis aus auf das Auslaufen der Solidarpakt-II-Mittel und der Konsolidierungshilfen und das Greifen der Schuldenbremse vor und verstetigt gleichzeitig eine nachhaltige Investitionsperspektive für die wachsende Stadt.

 

SPDqueer: Neuer Name und gleicher Inhalt

Auf der gestrigen Sitzung des SPD-Parteivorstands  wurde  der Beschluss gefasst, die „Arbeitsgemeinschaft Lesben und Schwule in der SPD (Schwusos)“ in „SPDqueer - Arbeitsgemeinschaft der SPD für Akzeptanz und Gleichstellung“ umzubenennen. Damit folgte der Parteivorstand dem Beschluss der Bundeskonferenz der Arbeitsgemeinschaft der Lesben und Schwulen in der SPD vom Oktober dieses Jahres.

„Wir freuen uns, dass nach über vier Jahren die Namensdebatte nun zu einem guten Ende kommt. Der neue Name spiegelt die Vielfältigkeit der queeren Community in Berlin und Deutschland wieder“, so der Landesvorsitzende der SPDqueer Berlin Markus Pauzenberger. „Mit SPDqueer wird die fast 40-jährige Erfolgsgeschichte der ältesten queeren Organisation innerhalb einer Partei in Deutschland weitergeführt. Versprochen: Wir bleiben die Alten und werden uns weiterhin konsequent für die queeren Belange einsetzen, konstruktive Kritik üben und wenn es sein muss, auch lautstark unsere Position vertreten. So sind wir und so bleiben wir - auch mit einem neuen Namen“, so der Queerpolitiker Markus Pauzenberger abschließend.

 

Swen Schulz: Autobahnen und Schulen müssen in öffentlicher Regie bleiben

 

Der Berliner Bundestagsabgeordnete Swen Schulz (SPD) kündigt eine intensive parlamentarische Prüfung des Bund-Länder-Paketes für die Neuregelung der Finanzbeziehungen an.

"Es ist ein Erfolg, dass die Einigung eine direkte Privatisierung der Verkehrsinfrastrukturgesellschaft ausschließt", so Schulz. "Aber es darf auch keine Hintertüren für indirekte Privatisierungen geben. Darauf wird vom Deutschen Bundestag zu achten sein", so Schulz.

Der Haushaltspolitiker betont, dass das Paket mit seinen vorgeschlagenen Grundgesetzänderungen im Bundestag erst noch zu beraten ist: "Und die erforderliche 2/3-Mehrheit kann nur erreicht werden, wenn das Konzept eine breite Mehrheit wirklich überzeugt."

Swen Schulz sind die zu erwartenden finanziellen Auswirkungen und die parlamentarische Kontrolle von Bau und Betrieb öffentlicher Infrastruktur besonders wichtig: "Es dürfen auf keinen Fall Privatisierungen von Autobahnen oder Schulbauten ermöglicht werden, etwa indem private Tochtergesellschaften der Verkehrsinfrastrukturgesellschaft mit Bau und Betrieb von Autobahnen beauftragt oder Schulen durch Öffentlich-Private-Partnerschaften errichtet werden. Der Bundesrechnungshof hat jüngst erneut unmissverständlich dargelegt, dass das ein für die Steuerzahler teurer, undurchsichtiger und parlamentsfeindlicher Weg ist. Darum sollte im Gesetzespaket jeder Verweis auf Öffentlich-Private-Partnerschaften gestrichen und eine Verkehrsinfrastrukturgesellschaft des Bundes als Anstalt öffentlichen Rechts mit klaren und strengen Vorgaben eingerichtet werden."

 

Steuermythos zur Finanztransaktionssteuer widerlegt

Cansel Kiziltepe Direktkandidatin 2013
 

„Das Argument, man könne eine Finanztransaktionssteuer (FTS) nur global einführen, da es sonst zu massiven Ausweichbewegungen der Finanzindustrie in andere Länder kommen würde, ist ein Mythos. Diesen hat Lothar Binding im neuen Steuermythos auf unserer Webseite stichhaltig widerlegen können“ erklärt die Geschäftsführerin der Steuermythen Cansel Kiziltepe, MdB.

Auch wenn es auf dem Zusammentreffen des Europäischen Rates für Wirtschaft und Finanzen (ECOFIN) am 6. Dezember in Brüssel keine Fortschritte gegeben hat, so wird weiter über die Einführung FTS verhandelt.

Die Kritiker dieser FTS im Rahmen der „verstärkten Zusammenarbeit“ haben ein Mantra, eine FTT könne nur global eingeführt werden. Würde man dieser Argumentation folgen, so wäre das Aus der FTS längst besiegelt, da eine globale Einführung schlicht utopisch ist. Vor allem ist dieses Argument ein Mythos, der einer näheren Betrachtung nicht Stand hält, wie die Autoren Lothar Binding (MdB) und der Volkswirt Johannes Gorges beweisen.

Das Projekt Steuermythen wird von 24 SPD-Bundestagsabgeordneten getragen und von einem hochkarätigen Beirat unterstützt.

 

Für ein modernes Staatsangehörigkeitsrecht

Die CDU will nach einer heftigen Debatte auf ihrem Parteitag in Essen in der vergangenen Woche den Kompromiss mit der SPD zur doppelten Staatsbürgerschaft aufkündigen. SPD-Generalsekretärin Katharina Barley hat den Beschluss des CDU-Parteitags gegen die doppelte Staatsbürgerschaft scharf kritisiert. "Triererin, Rheinland-Pfälzerin, Deutsche, Britin, Europäerin. All das macht mich zu dem, was ich bin. Meine zwei Staatsbürgerschaften sind fester Bestandteil meiner Identität. Und so geht es vielen in Deutschland", schrieb sie. "Der Union fehlt jedes Verständnis für Menschen mit Wurzeln in verschiedenen Ländern. Mit der Forderung nach Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft stößt die CDU nun all jene vor den Kopf, die gut integriert in Deutschland leben. Einem solchen Rückschritt wird die SPD nicht zustimmen!"

Auch die Berliner Bundestagsabgeordnete Eva Högl äußerte sich dazu bei n-tv: "Ich bin fassungslos, dass die CDU einen solchen Beschluss fasst. Meiner Meinung nach betreibt sie damit das Geschäft der AfD. Wir haben im Koalitionsvertrag vereinbart, dass wir die Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft erleichtern wollen. Deswegen haben wir die Optionspflicht abgeschafft. Mit uns wird es deshalb keine Wiedereinführung geben."

Der SPD-Parteivorstand hat auf seiner Sitzung am 12. Dezember eine Resolution für ein modernes Staatsangehörigkeitsrecht beschlossen. Darin heißt es: "Deutschland ist ein starkes, freies und weltoffenes Land. Viele Menschen haben hier ihre zweite Heimat gefunden." Heimat dürfe aber nicht gegen Herkunft ausgespielt werden. "Nicht zwei Pässe verursachen Loyalitätskonflikte, sondern das Aberkennen von Teilen der eigenen Identität durch deutschtümelnde Wirtshausparolen."
Die vollständige Resolution könnt ihr hier nachlesen und unterstützen.

 

Jahrestagung des Bundes-Arbeitskreises jüdischer Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten

AK jüdischer Sozialdemokrat*innen: Vorstandsmitglieder Abraham de Wolf (Frankfurt), Vered Zur-Panzer (Bad Vilbel / Frankfurt), Petra Somberg-Romanski (Dorsten), Daniel Dejcman (Bonn) und Renée Röske (Berlin).
 

Der Bundes-Arbeitskreis jüdischer Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten hat seine Jahrestagung in Frankfurt a.M.abgehalten. Es fanden ein Workshop zum Thema „Bildung und Vorurteile, Abbau oder Verfestigung“ sowie die Vorstandswahlen statt. Die bisherigen Vorstandsmitglieder Abraham de Wolf (Frankfurt), Vered Zur-Panzer (Bad Vilbel / Frankfurt) und Petra Somberg-Romanski (Dorsten) wurden mit großer Mehrheit wiedergewählt. Neu im Vorstand sind Daniel Dejcman (Bonn) und Renée Röske (Berlin).

Zusammen mit Prof. Dr. Wolfgang Sander von der Uni Gießen und Mitglied der Deutsch-Israelischen Schulbuchkommission beschäftigte sich die Tagung mit der Darstellung Israels in deutschen Schulbüchern und der Darstellung Deutschlands in israelischen Schulbüchern. Es fand eine sorgfältige Diskussion der Empfehlungen der Kommission statt, die für beide Länder erreichen will, dass die Schulbücher im Umgang mit Vorurteilen über das jeweilige andere Land erheblich verbessert werden. Beide Länder haben hierfür eine Verantwortung. Der gegenwärtige Zustand verstärkt leider eher Vorurteile, anstatt sie abzubauen. Das verzerrte Bild in den Schulbücherndroht deshalb, sich negativ auf das besondere Verhältnis zwischen Deutschland und Israel auszuwirken.
Zusammen mit Prof. Dr. Nina Kölsch-Bunzen von der Hochschule Esslingen haben sich die Teilnehmer intensiv mit den Ergebnissen und Beispielen der aktuellen Studie des Fritz-Bauer-Instituts zur Vermittlung jüdischer Geschichte in deutschen Schulbüchern beschäftigt. Die Geschichte der Juden in Deutschland wird zumeist auf die Verfolgung in der NS-Zeit beschränkt. Für das Mittelalter, die Neuzeit und die Nachkriegszeit werden tradierte Klischees gegen Juden weitergegeben, anstatt sachlich aufzuklären und den Vorurteilen entgegen zu wirken. So werden Juden als
die ewigen Wanderer und Verfolgten dargestellt. Die lange wechselseitige emanzipatorische Entwicklung und gegenseitige kulturelle und intellektuelle Befruchtung werden ignoriert. In der Diskussion über beide Themen wurde natürlich auf das Grundproblem von Schulbüchern hingewiesen, nämlich die Anforderung, komplexe Themen sehr stark im Umfang und damit inhaltlich zu reduzieren. Umso wichtiger ist es, sorgfältig zu formulieren und Vorurteile nicht durch fehlerhafte Verkürzungen und antisemitische Bilder zu stärken.
Als ein weiteres aktuelles Thema wurde in diesem Rahmen auch der Lehrplan der Integrationskurse des Bundesamtes für Migration und Flüchtinge (BAMF) von Prof. Dr. Kölsch-Bunzen analysiert. Sie hält es für bedenklich, dass Juden nur im Zusammenhang mit der NS-Zeit vorkommen. Es fehle eine Unterrichtseinheit über Juden als integralen Teil der deutschen Geschichte und Gesellschaft. Indem der Wiederaufbau der jüdischen Gemeinden nach 1945 völlig fehlt, erhalten Asylbewerber und Flüchtlinge den Eindruck, dass es keine Juden mehr in Deutschland gibt. In der Diskussion wurde das als eine verpasste Chance gesehen.
Denn gerade die Geschichte des Wiederaufbaus der jüdischen Gemeinden könnte arabischen Bürgerkriegsflüchtlingen zeigen, dass es keine Erbfeindschaft gibt und jede Gesellschaft die Chance einer menschenwürdigen Zukunft hat.
 

 

Kurt Beck als Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung bestätigt

Ministerpräsident a.D. Kurt Beck wurde gestern, am 12. Dezember 2016, auf der Jahresmitgliederversammlung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin erneut zum Vorsitzenden des Vorstands gewählt. Als stellvertretende Vorsitzende wurden die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und der ehemalige DGB-Vorsitzende Michael Sommer sowie das Geschäftsführende Vorstandsmitglied Dr. Roland Schmidt bestätigt.

Bestätigt im Vorstand wurden:
Prof. Dr. Peter Brandt
Dr. Barbara Hendricks
Barbara Ludwig
Dr. Werner Müller
Dr. Rolf Mützenich
Matthias Platzeck
Prof. Dr. Jürgen Zöllner

Alle Vorstandsmitglieder wurden einstimmig gewählt. 

 

AfA Tempelhof-Schöneberg: Oktober 1946 - Erste freie Wahl zur Stadtverordnetenversammlung. Oktober 1946

Siegfried Heimann Porträt
 

Die AfA Tempelhof-Schöneberg lädt ein zu einer Diskussionsveranstaltung zum Neubeginn und Wiederaufbau der Berliner SPD nach 1945. Dazu hat sie den geballten Sachverstand eingeladen, Siegfried Heimann, Mitglied der Historischen Kommission beim Parteivorstand der SPD, wird informieren.

Vor 70 Jahren, am 20.Oktober 1946,  fand die Wahl zur Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin als erste freie Wahl in Berlin nach dem Zusammenbruch der nationalsozialistischen Diktatur statt. Es war zugleich auch die letzte Gesamtberliner Wahl bis zur deutschen Wiedervereinigung. 1946 war ebenso das Jahr der Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED in der SBZ, wobei die Situation in Berlin eine Schlüsselrolle einnahm.

Donnerstag, 15. Dezember 2016, um 19.00 Uhr
Luise & Karl Kautsky Haus, Saarstraße 14, 12161 Berlin

 

Sonja Zimmermann zeigt Bildnisse aus 30 Jahren

Das Kulturforum Stadt Berlin der Sozialdemokratie lädt am 14. Dezember ein zur Eröffnung seiner Weihnachts-Ausstellung in der Galerie im Kurt-Schumacher-Haus. Sonja Zimmermann präsentiert unter dem Titel „BEZIEHUNGS_WEISE“ Bildnisse aus 30 Jahren.
„Als Palucca-Schülerin in Dresden, als Tänzerin an der Komischen Oper Berlin, als Gast am Deutschen Theater Berlin, als neugierig durch die Welt Gehende war und bin ich umgeben von aufregenden Menschen“, so die Künstlerin über sich. „Die Bewegung des Tanzes festzuhalten war die eine Seite, Köpfe zu zeichnen, zu malen, zu radieren, zu modellieren eine andere. Die Worte ,Erinnerungen sind wie verwahrloste, herrenlose Hunde...’  von Imrè Kertèsz in seinem biografischen Roman "Ich - ein anderer" beflügeln mich bei der Auswahl der Arbeiten für die Ausstellung in Berlin." Die 1954 in Dresden geborene Künstlerin, die von 1971 bis 1975 an der Komischen Oper als Tänzerin tätig war, arbeitet seit 1990 als freischaffende Malerin und Grafikerin.
Vernissage:
Mittwoch, 14. Dezember 2016, um 19.00 Uhr
Galerie im Kurt-Schumacher-Haus, Müllerstraße 163, 13353 Berlin

Öffnungszeiten der Galerie Mi, Do, Fr 16 - 18 Uhr und nach tel. Vereinbarung; zwischen Weihnachten + Neujahr geschlossen.
Die Finissage am 8. Februar 2017 um 19 Uhr verbindet das Kulturforum mit seinem Jahresempfang.

 

Bücherbasar bei der AWO Südwest

Am kommenden Sonntag, von 10.00 bis 16.00 Uhr, findet der Bücherbasar mit Trödel und AWO-Modeboutique bei der AWO Südwest statt.
Bei Kaffee und Kuchen kann man in Ruhe Weihnachtseinkäufe tätigen. Der Erlös wird für die soziale Arbeit des Kreisverbandes verwendet. Buch- und Kleiderspenden können auch abgegeben werden. 

Sonntag, 18. Dezember 201, von  10.00 bis 16.00 Uhr
Arbeiterwohlfahrt Berlin Kreisverband Südwest e.V. - Tel.: 713 870 90
Osdorfer Str. 121, 12207 Berlin

 

 

AG Migration Tempelhof-Schöneberg: Film "Heute bin ich Samba"

Die AG Migration und Vielfalt will es sich bei einem guten Film gemütlich machen und  sich vom Trubel der vorweihnachtlichen Besorgungen und diversen Jahresendfeiern eine kleine Auszeit zu gönnen. So laden sie ein zum Jahresausklang, den französischen Film "Heute bin ich Samba" im zweitältesten Lichtspielhaus Berlins anzuschauen,  dem Xenon Kino in Schöneberg. Ausklingen wird der Nachmittag im "Café Bilderbuch".

Sonnabend, 17. Dezember 2016, um 15.30 Uhr
Xenon Kino, Kolonnenstr. 5-6, 10827 Berlin

 

August Bebel Institut: ARMENOSCOPE, constructing belonging

Das August Bebel Institut lädt in Kooperation mit dem Moviemento Kino zur Premiere des Doku-Essays von Silvina Der Meguerditchian ein.

Hundert Jahre nachdem ihre Vorfahren vertrieben wurden, treffen sich armenische Künstler*innen aus unterschiedlichen Regionen der Welt im Land ihrer Großeltern. Sie untersuchen ihre Sprache, Geschichte und Kunst als Teil ihrer »Zugehörigkeit«. Sie diskutieren Ihre Beziehungen zu Armenien und zur Türkei, zwei Länder mit großen gesellschaftlichen Veränderungen, die auch Orte ihrer eigenen Sehnsucht sind.

Film in Originalsprachen mit englischen Untertiteln mit anschließendem Gespräch mit Joanna Pfaff-Czarnecka (Professorin für Sozialanthropologie Uni Bielefeld / Autorin von »Zugehörigkeit in der mobilen Welt«), Asena Günal (Programmleitung DEPO – Istanbul) und Silvina Der Meguerditchian (Künstlerin). Moderation: Ingo Arend (Autor und Kritiker)

Sonntag, 15. Januar 2016, um 18.00 Uhr
Moviemento Kino, Kottbusser Damm 22, 10967 Berlin

Eintritt 5 €, Reservierung: Tel. (030) 692 47 85 oder 
www.moviemento.de

 

August Bebel Institut: Theorien alternativen Wirtschaftens - Gibt es eine richtige Ökonomie im Falschen?

Zum Auftakt einer Reihe, in der die kleinen, grundlegenden und allgemeinverständlichen Bände »theorie.org« diskutiert werden, stellt Gisela Notz ihr Buch »Theorien alternativen Wirtschaftens« vor. Ihre Einführung liefert eine überschaubare Darstellung exemplarischer Theorien alternativen Wirtschaftens jenseits des Kasino-Kapitalismus und ihrer Umsetzung in die Praxis. Aufgegriffen werden Ansätze aus der Genossenschaftsbewegung, der Alternativbewegung der 1970er Jahre, der Ökonomie des Gemeinwesens, der Kommunalen Gemeinschaftsgärten u.v.m. Sind das Vorboten einer besseren Welt oder bloße Inseln des Besseren ohne Zukunft?
Mit Gisela Notz; Sozialwissenschaftlerin und Autorin

Donnerstag, 19. Januar 2017, um 19.00 Uhr
August Bebel Institut, Müllerstraße 163, 13353 Berlin

Anmeldung erbeten unter anmeldung@august-bebel-institut.de

 

Du bekommst den Dienstagsbrief als Mitglied der Berliner SPD automatisch per Mail zugesandt. Wenn Du den Dienstagsbrief abbestellen möchtest, sende bitte eine E-Mail an dienstagsbrief@spd.de.

Termine, Fragen und Anregungen zum Dienstagsbrief bitte an rowena.paeche@spd.de.

Die Hotline der Berliner SPD 030 – 4692 222 oder spd@spd.berlin.

 

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