Schmaus, Anton

Geschichte: Personen L-Z

Anton Schmaus

Anton Schmaus
 

Schmausstraße 2 (damals Alte Dahlwitzer Str.), 12555 Berlin

geb. 19.04.1910 in München, gest. 16.01.1934 (23jährig)

Anton Schmaus ist Opfer der Köpenicker Blutwoche. Von der Abendschule am 21.06.1933 kommend, wurde er von Freunden am Bhf. Köpenick vor der SA gewarnt, die schon am Tage das Haus der Familie nach seinem Vater Johann Schmaus durchsucht hatte. Da er die Rechtlosigkeit satt hatte und sich nicht verstecken wollte, ging der dennoch nach Hause. Kurz vor Mitternacht drangen SA-Leute in das Haus ein, um seinen Vater, seinen Bruder (der nicht zu Hause war) und ihn zu verhaften. Anton wurde durch die Hilferufe seiner Mutter geweckt, widersetzte sich seiner Festnahme, erschoss die SA-Leute Walter Apel, Ronert Gleuel, verletzte den SA-Mann Franz Klein tödlich, floh dann in den Köpenicker Forst. Durch den Tod der SA-Leute eskalierte die Gewalt der Köpenicker SA.

Schmaus stellte sich der Polizei Friedrichshagen, die ihn in der gleichen Nacht zum Polizeipräsidium am Alexanderplatz überstellte. Auf den Weg wurde Schmaus durch SA (vmtl. Sturmbannführer Gehrke) in den Rücken geschossen. An den Folgen der Schussverletzung, die ihn lähmte und Misshandlungen der SA bei einem Verhör verstarb Anton Schmaus am 16.01.1934.

Anton Schmaus war Mitglied der SPD, der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) und des Jungbanners. Er war Zimmermann und Schlosser und machte gerade eine Weiterbildung in Abendkursen der Baufachschule.

 

Gedenken an Anton Schmaus:

Am 31.7.1947 erfolgte die Umbenennung seiner Wohnstraße in Schmausstraße.

Gedenktafeln am Wohnhaus und am Essenplatz 1 erinnern an Anton Schmaus.

Eine Jugendeinrichtung der SJD-Die Falken in Neukölln ist nach Anton-Schmaus benannt.

Ein Stolperstein in der Schmausstraße 2 erinnert seit dem 02.12.2013 an seine Ermordung.

 

Fotoquelle: VVN BdA Köpenick

 

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