1946-03-31 Urabstimmung: Die Ergebnisse

31.3.1946

Urabstimmung: Die Ergebnisse

SPD-Büro als Urabstimmungslokal 1946
 

In einer Urabstimmung konnten die West-Berliner Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten am 31. März 1946 über zwei Fragen entscheiden
1. ,,Bist du für den sofortigen Zusammenschluß beider Arbeiterparteien?"
2. ,,Bist du für ein Bündnis beider Parteien, welches gemeinsame Arbeit sichert und Bruderkampf ausschließt?"

82,3 % der abstimmenden Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten sprachen sich gegen den sofortigen Zusammenschluß der beiden Parteien aus. Bei der zweiten Frage stimmten 61,5 % für eine Zusammenarbeit - eingedenk der Erfahrungen während des Nationalsozialismus. (Übersicht über die Stimmergebnisse) Knapp 70 % der Stimmberechtigten hatten sich in den Westsektoren an der Abstimmung beteilig, in den Ostsektoren wurde die Abstimmung von der sowjetischen Kommandantur unterbunden. Während in der sowjetischen Besatzungszone im April die Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED erfolgte, einigte sich die Alliierte Kommandantur in Berlin auf einen Kompromiß: Sowohl SED als auch SPD wurden in der gesamten Stadt zugelassen. Erst mit dem Mauerbau 1961 entließ die Berliner SPD die Mitglieder in den östlichen Bezirken aus ihren Pflichten.

 

 
Urabstimmung 1946: Der Stimmzettel
 
 
31.3.1946

Urabstimmung: Die Ergebnisse

 

Die Stimmergebnisse im Detail:

  

Am 31. März 1946 stimmten die Sozialdemokratinenn und Sozialdemokraten in den Westsektoren über zwei Fragen ab:

1. Bist Du für den sofortigen Zusammenschluss beider Arbeiterparteien?
2. Oder bist Du für die Zusammenarbeit beider Parteien, welche den Bruderkampf ausschließt?

Ergebnis der Urabstimmung in den SPD-Kreisen            

 

Stimmberechtigte 

Wahlbeteiligung (in %)

Tiergarten

 

1497

 

68,9%

 

Wedding

 

3145

 

65,3%

 

Kreuzberg

 

3041

 

71,8%

 

Charlottenburg

 

2075

 

74,3%

 

Spandau

 

3038

 

83,6%

 

Wilmersdorf

 

1122

 

84,9%

 

Zehlendorf

 

1128

 

79,4%

 

Schöneberg

 

2060

 

65,5%

 

Steglitz

 

1411

 

65,8%

 

Tempelhof

 

2746

 

72,7%

 

Neukölln

 

5910

 

62,8%

 

Reinickendorf

 

5131

 

74,9%

 

Westsektoren

 

32304

 

71,3%

 



Die Antworten auf die Fragen 1 und 2 in Prozent

 

 

Frage l

 

 

 

Frage 2

 

 

 

 

 

 

Nein

 

Ja

 

Nein

 

Tiergarten

 

14,6%

 

76,6%

 

66,2%

 

22,5%

 

Wedding

 

16,4%

 

72,2%

 

56,0%

 

20,6%

 

Kreuzberg

 

11,4%

 

82,7%

 

51,9%

 

37,2%

 

Charlottenburg

 

10,0%

 

84,8%

 

59,2%

 

29,3%

 

Spandau

 

6,5%

 

88,3%

 

77,2%

 

16,1%

 

Wilmersdorf

 

5,1%

 

92,3%

 

62,9%

 

20,7%

 

Zehlendorf

 

13,8%

 

83,9%

 

64,6%

 

25,3%

 

Schöneberg

 

10,1%

 

83,5%

 

54,3%

 

29,5%

 

Steglitz

 

11.5%

 

84,9%

 

56,3%

 

29,6%

 

Tempelhof"

 

7,1%

 

90,5%

 

55%

 

30,7%

 

Neukölln

 

19,7%

 

75,3%

 

65,2%

 

17,8%

 

Reinickendorf

 

12,6%

 

82,4%

 

65,4%

 

22,9%

 

Westsektoren

 

12,3%

 

82,3%

 

61,5%

 

24,8

 


Quelle: Ditmar Staffelt, der Wiederaufbau der Berliner Sozialdemokratie 1945/46 und die Einheitsfrage.

 

 

 

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