13 07 10 Besorgt über die Diskussionen zum Asylbewerberheim in Hellersdorf

Besorgt über die Diskussionen zum Asylbewerberheim in Hellersdorf

Besorgt über die Diskussionen zum Asylbewerberheim in Hellersdorf

Anlässlich der Proteste gegen die Eröffnung eines Asylbewerberheims in Hellersdorf zeigen sich die Jusos Berlin und die AG Migration und Vielfalt der SPD Berlin sehr besorgt.

Rejane Herwig, stellvertretende Landesvorsitzende der Jusos, erklärt: “Die Situation von AsylbewerberInnen muss gesellschaftlich mehr in den Fokus gerückt werden. Nur wenige Menschen sind sich darüber im Klaren, was diese durchgemacht haben und wieso sie sich in ein Asylverfahren begeben. Asyl taucht immer wieder nur als störendes Randthema in der öffentlichen Debatte auf. Es ist erschreckend mit welchen Parolen von rechts Stimmung gemacht wird und wie anschlussfähig diese in der Mitte der Gesellschaft tatsächlich zu sein scheinen. Hier muss der öffentliche Diskurs ganz klar in eine andere Richtung gelenkt werden, um Pogrome wie Anfang der 90er Jahre zu verhindern.”

Bozkurt und Herwig sind beide froh darüber, dass sich auch einige Menschen für die Belange der AsylbewerberInnen einsetzen und in den Debatten der rechten Argumentation kontra geben. Dass eine solche Situation auch einen anderen Weg einschlagen kann, hätten die Gespräche in Westend gezeigt, welche auch mit starkem Protest gegen das AsylbewerberInnenheim starteten und sich nun zu einer Zusammenarbeit der AnwohnerInnen mit den Flüchtlingen entwickelte.

Der Landesvorsitzende der AG Migration und Vielfalt, Aziz Bozkurt: “Ein Schreck für jeden Demokraten, der gestern der Veranstaltung beiwohnen durfte. Seit an Seit verbreiteten Nazis und einige Hellersdorfer Bürger, die die Nähe zu den Nazis sichtbar nicht störte, blanken Hass und Rassismus gegen Menschen, die in diesem Land Schutz erhofften. Wir erwarten von der Politik – auch vom Koalitionspartner und dem Senator Mario Czaja, der sich gestern rarmachte – ein beherztes Auftreten, damit kein Zweifel entsteht, dass die wehrhafte Demokratie mehr als zwei Worte sind.”

Herwig ergänzt hier: “Die Berliner Bezirke haben sich darauf geeinigt, die Unterbringung von AsylbewerberInnen gesamtstädtisch zu tragen und nicht mehr einzelne Bezirke, wie Lichtenberg, mit der Aufgabe alleine zu lassen. Doch noch immer entziehen sich gerade die CDU-regierten Bezirke, Reinickendorf und Steglitz-Zehlendorf, ihrer Verantwortung. Ein solches Verhalten ist völlig inakzeptabel, hier muss Sozialsenator Czaja endlich Druck aufbauen und darf seinen Parteikollegen keinen Freifahrtsschein ausstellen.”