Expertengruppe der AfB Berlin macht Vorschläge zum neuen Praxissemester

Expertengruppe der AfB Berlin macht Vorschläge zum neuen Praxissemester

Expertengruppe der AfB Berlin macht Vorschläge zum neuen Praxissemester

 

Ein hochkarätig besetztes Expertengremium der AfB Berlin hat am 10.4. an der TU Berlin die konkrete Ausgestaltung des neuen Praxissemesters für Lehramtsstudierende diskutiert. Das Praxissemester wurde von der s.g. Baumert-Kommission vorgeschlagen und wird von der AfB Berlin grundsätzlich begrüßt.

Die Expertengruppe erarbeitete konkrete Vorschläge zur Ausgestaltung des Praxissemester, die der verantwortlichen Kommission in der Senatsverwaltung für Bildung übermittelt werden. Folgende Eckpunkte wurden diskutiert:

- Schulen sollten die Möglichkeit erhalten, fachliche Schwerpunktsetzungen für die Praktikantenzuteilung zu setzen. So könnte sich eine Schule, je nach Interesse des Kollegiums, beispielsweise auf die Fächer Deutsch und Mathematik als Ausbildungsfächer einigen.

- Lehrerinnen und Lehrer, die mehrere Praktikantentandems betreuen, sollten die Stundenermäßigungen akkumulieren können. Praktikantengruppen können von den Mentoren zur gegenseitigen Reflexion sowie gemeinsamen Vorbereitung angeleitet werden.

- Durch die beiden genannten Punkte würden an den Schulen feste Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner mit einer spürbaren Stundenermäßigung entstehen. Auch Schulbesuche der Dozentinnen und Dozenten sowie die Fortbildung der Lehrkräfte würden erheblich vereinfacht. Für die Praktikanten entsteht durch die Organisation in Fachtandems eine optimale Lernstruktur für intensivere berufs- und fachdidaktische Studien. Insgesamt entstehen echte Lehrerbildungsnetzwerke zwischen den Phasen, was zu einer fachlich professionellen Betreuung führt.

- Die Koordination des Praxissemesters sollte von einer zentralen Steuerungseinheit übernommen werden. Hier wird von Seiten der Hochschule der Bedarf gemeldet und die Verteilung der Praktikantinnen und Praktikanten in Fachtandems an die Schulen organisiert. Bestehende direkte Kooperation zwischen Universitäten und Schulen können selbstverständlich im Rahmen des Verteilungsverfahrens weiterbestehen und gepflegt werden.

- Eine solche zentrale Steuerungseinheit kann die Praktikantenzuteilung aktiv beeinflussen und dadurch fördern, dass auch Brennpunktschulen zu aktiven Ausbildungsschulen werden. Der Status Quo, dass sich Studierende ihren Platz selbst suchen und dadurch eine ungleiche Verteilung entsteht, würde aufgehoben.

- Von hier kann zudem auch ein zielgerichtetes Qualitätsmanagement erfolgen. Durch den gebündelten Rücklauf von Schulen, Praktikantinnen und Praktikanten sowie Hochschulen, können gezielte Qualifizierungseinheiten organisiert werden.

- Die Konzentration auf den Besuch einer Schule für sechs Monate sollte nochmal intensiv diskutiert werden. Möglichweise wäre auch die Streckung dieser Praxisphase auf zwei Semester des Masterstudiums oder der Schulwechsel nach drei Monaten sinnvoll. Eine qualitativ hochwertige Lehrerbildung erfordert einen Einblick in die gesamte Heterogenität der Schullandschaft, um Lehrprofessionalität auszubilden.

- Klare Regularien und Kontrollmechanismen zur Verhinderung des Einsatzes von Praktikantinnen und Praktikanten als Vertretungskräfte müssen etabliert werden.

Neben zwei Professoren und zwei Dozent/-innen der Berliner Hochschulen nahmen auch der ehemalige Schulleiter Wolfgang Harnischfeger, die AfB-Vorsitzende Monika Buttgereit und der Gründer von „Studenten machen Schule“, Robert Greve, an dem Treffen teil. Geleitet wurde die Runde von der ehemaligen schulpolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Felicitas Tesch und dem stellvertretenden AfB-Vorsitzenden Mike Nové.