FA I - Internationales

30.05.2018

Erinnerungskultur und Geschichtspolitik zwischen Deutschland und Russland

30.05.2018, 19:00 - 21:00
Veranstalter: FA I Internationales

Einladung zur FA I – Sitzung

Mittwoch, 30. Mai 2018, 19 – 21 Uhr

Kurt-Schumacher-Haus, Franz-Künstler-Saal, Müllerstraße 163, 13353 Berlin

 

Erinnerungskultur und Geschichtspolitik zwischen Deutschland und Russland

Geschichtliche Erinnerung, vor allem transformiert zur Geschichtspolitik von Staaten und maßgeblichen politischen und gesellschaftlichen Gruppierungen, ist gerade  in Zeiten zugespitzter Identitätsdebatten enorm politisch und oft Teil von Machtspielen. In Deutschland erleben wir dies gegenwärtig in dem Streben von Rechtsextremisten wie Björn Höcke nach einer 180-Grad-Wende im Umgang mit Holocaust-Gedenken .

Geschichtspolitik als Mittel der Durchsetzung nationaler, zuweilen auch imperialer Ansprüche spielt derzeit in fast allen Nachfolgestaaten der Sowjetunion, aber auch bei ihren ehemaligen Verbündeten im Warschauer Pakt wie Polen und Ungarn  eine große Rolle.  Der Fokus unserer aktuellen Veranstaltung zu diesem Themenfeld liegt auf der Ukraine mit der in  ihrer prekären geopolitischen Lage zwischen Europa und Russland bedingten schwierigen historisch-politischen Identitätsfindung auf dem Hintergrund der Katastrophen der Stalinzeit und der vor allem durch den nationalsozialistischen Überfall auf die Sowjetunion verursachten Verwüstungen des  Zweiten Weltkriegs.

Natürlich kann die aktuelle staatliche Geschichtspolitik der Ukraine nicht unabhängig betrachtet werden von der nationalrussischen Geschichtspolitik Russlands unter Präsident Putin, mit dem sich die Ukraine wegen der territorialen Auseinandersetzungen um die Krim und die Ostukraine seit einigen Jahren im Kriegszustand befindet.

Den hier angesprochenen, eher auf Abschottung des Eigenen und Ausschließung der und des Fremden und Anderen zielenden geschichtspolitischen Bestrebungen wollen wir in der Veranstaltung  aber auch eine andere, aus unserer Sicht hoffnungsvollere und bessere Vision von geschichtlicher und kultureller Erinnerung entgegen stellen, die an das Erbe des deutschen Schriftstellers Johannes Bobrowski anknüpft: Die Wahrnehmung des osteuropäischen Kulturraums, hier demonstriert an der geschichtlichen und gegenwärtigen Rolle Litauens und Polens als Brücke zwischen Mitteleuropa und Russland. Abgerundet wird die Veranstaltung mit der Vorstellung einer sehr spannenden Ausstellung des August Bebel Instituts zu den umstrittenen Stadtsanierungsprogrammen in Moskau durch den derzeitigen Geschäftsführer des ABI, bei der es ja auch ein Stück weit um die Abwicklung des historischen Erbes der Sowjetunion geht.

In drei sicher sehr gegensätzlichen, aber sich zugleich ergänzenden Beiträgen im Podium referieren und diskutieren:

Christian Hörbelt, Historiker mit Schwerpunkt Osteuropa an der Viadrina, Frankfurt/Oder

mit dem Thema:  Ukrainische Geschichtspolitik in Zeiten des Krieges,

Peter Lehrmann, Mitglied der Johannes-Bobrowski-Gesellschaft, stellv. Vors. des FA I

 mit dem Thema: Litauen und Polen – Erinnerungskultur und Literatur im politischen Kontext Osteuropas und

Enrico Troebst, Geschäftsführer des August Bebel Instituts zu: Meine Straße – Ausstellung

                             des August Bebel Instituts zum Moskauer Stadtsanierungsprgramm

 

Wir freuen uns auf Deine/Ihre Teilnahme. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

Kurt-Schumacher-Haus (Franz-Künstler-Saal)
Müllerstr. 163
13353 Berlin
 

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