Thesenpapier zur Programmkonferenz

Programmkonferenz „Bildung für Berlin. Eine Stadt für Alle.“ - Thesenpapier

Schulische Bildung

 
1. Integration ausfinanzieren und zur Inklusion entwickeln!


Die inklusive Schule erkennt die Individualität jedes Kindes sowie die Verschiedenheit der Schülerinnen und Schüler an. Alle Schülerinnen und Schüler sollen die Förderung und Unterstützung bekommen, die sie benötigen. Wir werden alle Schulen mit ausreichend pädagogischem Personal und Ressourcen ausstatten, damit Schulen in Berlin inklusiv arbeiten können.

 
2. Kein Kind darf verloren gehen!

Wir werden Schulen in sogenannten sozialen Brennpunkten - entsprechend ihrem besonderen Bedarf - hinsichtlich des pädagogischen Personals sowie der räumlichen Ausstattung weiter besonders fördern.

 
3. Sonderprogramm Grundschulen!

Wir stärken die frühe Bildung in der Grundschule, die wesentlich für einen späteren qualifizierten Schulabschluss ist und den Ausgangspunkt für beruflichen Erfolg legt. Dabei werden wir insbesondere das jahrgangsübergreifende Lernen personell und finanziell absichern. Wir werden für die Gleichstellung der Grundschullehrkräfte bei der Bezahlung, bei der Unterrichtsverpflichtung sowie bei der Übernahme von Funktionen mit Lehrkräften aller anderen Schularten sorgen.

 
4. Gemeinschaftsschulen als Schulart stärken!

Wir werden die Gemeinschaftsschule zu einem Regelangebot ausbauen: Eine Schule für alle von der ersten Klasse bis zum Abitur. Die Gemeinschaftsschulen werden als eigenständige Schulart im Schulgesetz zusätzlich zu den Sekundarschulen und Gymnasien verankert. Es dürfen sich weiterhin Schulen aller Schularten bewerben können, Gemeinschaftsschule zu werden.

 
5. Berufliche Bildung stärken - Schulpflicht ausweiten!

Im Bereich der Beruflichen Bildung fördern wir die Weiterentwicklung des Angebots der Berufs- und Studienorientierung sowie des Dualen Studiums an den Berliner Oberstufenzentren. Wir werden die verbindliche Berufs- und Studienorientierung aller Schülerinnen und Schüler an allen weiterführenden Schulen ausbauen. Wir werden für alle Jugendlichen das 11. Schuljahr verbindlich im Rahmen der Schulpflicht zur Berufsqualifikation einführen.

 


 

Jungend und Familie

 

1. Unsere Leitbilder Inklusion und Weltoffenheit stehen in einer modernen Großstadt wie Berlin für Chancengleichheit in allen Bereichen, die Kinder und Familien direkt betreffen. Wir stärken die Familien - gleich welcher Zusammensetzung.

Gleiche Lebenschancen für alle in Berlin lebenden Kinder und Jugendlichen erfordern eine adäquate Förderung und Unterstützung in allen Entwicklungsphasen sowie eine Stärkung der Familien. Dafür wird in allen Stadtteilen eine ausgewogene Mischung der Angebote für alle Altersgruppen benötigt. Bei der städtebaulichen Entwicklung müssen wir uns noch stärker am Raumbedarf von Kindern, Jugendlichen und Familien, insbesondere auch im innerstädtischen Bereich, orientieren.

 

2. Wir bekennen uns zu einem umfassenden Bildungsbegriff. Die Förderung von Lern -und Erfahrungsräumen im direkten Lebensumfeld junger Menschen erfordert eine Stärkung dezentraler Angebote der Jugendarbeit /Jugendbildung mit gesetzlichen Standards.

Dies erfordert, die Kooperation Jugendhilfe-Schule weiter zu qualifizieren und einen besonderen Fokus auf die ganzheitliche Entwicklung des Sozialraums zu legen. Lernen durch ehrenamtliches Engagement, durch selbstorganisierte Projekte und durch sozialpolitische Mitwirkung braucht eine Stärkung der Jugendarbeit in ihrer dezentralen Struktur mit gesetzlichen Standards.

 

3. Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Fragen wollen wir in allen Politikbereichen weiter ausbauen.

Demokratie braucht eine aktive Kultur konkreter Teilhabe. Diese muss frühzeitig erlernt und erlebt werden. Der Jugenddemokratiefonds und das Jugendportal nehmen als aktivierende und kommunikationsstärkende Elemente dabei eine zentrale Rolle ein. Politische und kulturelle Bildung sollen in allen Bildungseinrichtungen – von der Kita über die Jugendeinrichtung bis zur Schule und darüber hinaus – fest verankert werden. Sie müssen für alle Kinder und Jugendlichen erlebbar sein und damit Zugänge zu mehr gesellschaftlicher Teilhabe ermöglichen.

 

4. Unsere Kindertageseinrichtungen sind die zentralen Orte der frühkindlichen Bildung. Jedes Kind soll frühzeitig und wirkungsvoll gefördert werden.

Die Teilhabemöglichkeit für jedes Kind muss durch eine wohnortnahe Versorgung ohne Zugangsbarrieren sichergestellt werden. Zur Verstetigung und Stärkung der Bildungsqualität bedarf es einer Verbesserung der Fachkraft-Kind -Relation insbesondere im U-3 Bereich ebenso wie der Verbesserung der Einsatzmöglichkeiten des Personals für Anleitung und Fortbildung. Wir setzen uns ein für eine noch bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch den weiteren Ausbau und die größere Flexibilität des Kindertagesstätten-Angebotes. Insbesondere Alleinerziehenden wollen wir die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben durch die Entwicklung flexibler Kurzzeit- Betreuungsangebote erleichtern. Wir setzen uns dafür ein, dass Kinder in Regenbogenfamilien gleichberechtigt und frei von Benachteiligung und Anfeindungen aufwachsen können.

 

5. Ein wirksamer Kinderschutz braucht stabile Netzwerke starker Partner. Die Jugendämter, Notdienste und Jugendgesundheitsdienste müssen dieser Aufgabe entsprechend ausgestattet werden.

Wo Kinder in Gefahr sind, müssen sie konsequent und ausreichend geschützt werden. Starke Jugendämter und Jugendgesundheitsdienste mit ausreichendem und kompetentem Fachpersonal müssen dabei starke und verlässliche Partner im Netzwerk Kinderschutz sein. Von deren Handlungsfähigkeit in Prävention und Intervention hängen die Gesundheit und das Leben Berliner Kinder ab. Wir wollen darüber hinaus mehr Familienzentren schaffen, damit auch die Zugänge zu frühen Hilfen, Familienbildungsmaßnahmen und anderen Unterstützungssystemen für junge Familien verbessert werden - damit Hilfe auch dort ankommt, wo sie am meisten gebraucht wird.

 

Wissenschaft und Forschung

 

1. Berlin steht für offene demokratische Hochschulen!

Wir wollen allen Menschen, die sich durch ein Studium weiterentwickeln wollen, unabhängig von sozialem Status, Geschlecht, Herkunft und finanziellem Hintergrund weiterhin gebührenfreie Studien ermöglichen. Rechtliche und nicht-rechtliche Hürden für Geflüchtete werden beseitigt. Die Mitbestimmung an den Hochschulen werden wir von der bloßen Mitwirkung zu einer gleichberechtigten, echten Teilhabe aller Statusgruppen an wesentlichen Entscheidungsprozessen weiterentwickeln. Die gleiche Repräsentation der Geschlechter auf allen Ebenen werden wir sicherstellen und das Wirken der Wissenschaft in die Gesellschaft ausbauen.

 

2. Hochschulbau = Zukunftsbau! Berliner Investitionspakt erhöhen! 

Wir wollen, dass die Bedeutung der Wissenschaft für den Standort Berlin auch an dem Zustand der Gebäude erkennbar ist. Daher werden wir den Berliner Investitionspakt für die Wissenschaft in der kommenden Legislaturperiode deutlich erhöhen.

 

3. Berlin setzt auf gute Beschäftigungsbedingungen und beste Studienbedingungen Wir machen die Berliner Hochschulen zu einem Ort der guten und verlässlichen Arbeit. Für Daueraufgaben müssen Dauerstellen geschaffen werden! Wir investieren weiterhin kontinuierlich in die Berliner Hochschulen und verbessern so die Studienbedingungen für die wachsende Zahl der Studierenden. Durch gute Lehre und gute Betreuung erreichen wir hohe Studien-Erfolgsquoten. Wir wollen, dass jede Absolventin bzw. jeder Absolvent eines Bachelors  die Möglichkeit auf einen Masterstudienplatz bekommt!

 

4. Forschung ist der Impulsgeber für die wachsende Stadt!

Wir werden unsere Forschungseinrichtungen weiter ausbauen, international wettbewerbsfähig halten und die generelle Durchsetzung von Transparenz und Zivilforschungsverpflichtung einhalten. Auch alternative Methoden in der Forschung unterstützen wir stärker als bisher, bspw. bei der Erforschung von Alternativen zu Tierversuchen. Die Einstein-Stiftung Berlin spielt bei der Verzahnung von universitärer und außeruniversitärer Forschung eine wichtige Rolle – dies werden wir weiterentwickeln. Wir verstehen die Förderung von Wissenschaft auch als Impulsgeber für zukünftige Gründungen in Berlin. Deswegen werden wir die Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft intensivieren.

 

5. Berlin wird zur globalen Gesundheitshauptstadt!

Die Charité als größtes Universitätsklinikum Europas ist für die Zukunftsfähigkeit Berlins elementar. Die vier Standorte der Charité werden in ihren jeweiligen Forschungsschwerpunkten weiterentwickelt, sukzessive modernisiert und in Verbindung mit dem Max-Delbrück-Centrum (MDC) und dem Berliner Institut für Gesundheitsforschung zur globalen Gesundheitseinrichtung ausgebaut.