Bublitz, Karl

Geschichte: Personen A-K

Karl Bublitz

Porträt Karl Bublitz

Karl Bublitz

 

19.01.1882 Posen - 1945 verschollen nach KZ-Haft
Stadtverordneter
1926 - 1933 Wahlkreis 2 Tiergarten (SPD)

 

Der kaufmännische Angestellte hatte 1907 Klara Jacob, die Schwester von Mathilde Jacob, der Sekretärin Rosa Luxemburgs, geheiratet. 1910 wurde er Geschäftsführer beim Zentralverband der Angestellten, der damaligen Angestelltengewerkschaft. Vor dem Ersten Weltkrieg trat er in die SPD ein. Von 1917 bis 1922 gehörte er der USPD an und kehrte dann zur SPD zurück. Vom Oktober 1928 war er beim Arbeitsamt Nord in der Erwerbslosenfürsorge angestellt, 1931 wurde er Direktor des Arbeitsamts Nord. Im März 1933 wurde er aus politischen Gründen entlassen.

Karl Bublitz wurde im Juli 1933, nach bereits erfolgtem Verbot der SPD, auf der Grundlage der Verordnung zur Sicherheit der Staatsführung, das Mandat entzogen und ihm die Tätigkeit als Stadt- und Bezirksverordneter verboten.
Er verlor auch seinen Vorstandsposten bei der AOK der Stadt Berlin und seine Stelle als Direktor des Arbeitsamtes. Hinzu kam die Verfolgung der Familie Bublitz aus "rassischen" Gründen, denn seine Frau Klara war jüdischer Herkunft. Nach dem Attentat auf Hitler im Juli 1944 geriet Bublitz ins Visier der Terrormaßnahmen der "Aktion Gewitter". Er wurde am 22. August 1944 verhaftet und in das KZ Sachsenhausen verbracht. Anfang 1945 gab es ein letztes Lebenszeichen von ihm in Form eines Briefes an seine Frau, seit dem an galt er als verschollen. Das Amtsgericht Tiergarten erklärte den 8. Mai 1945 zum Todesdatum von Karl Bublitz.