Aufhäuser, Anna

Geschichte: Personen A-K

Anna Aufhäuser

geb. Berlin 11.6.1878 gest. (Schwarzwald) 19.10.1960

Berliner Mosaik.

Anna Aufhäuser, die Lebensgefährtin des um die deutsche Angestelltenbewegung hoch verdienten, jetzigen Landesleiters
der DAG, Siegfried Aufhäuser, vollendet am Mittwoch, dem 11. Juni 1958, das achtzigste Lebensjahr. Als junge Angestellte gehörte sie zu den Pionieren des Zentralverbandes der Handlungsgehilfen und -gehilfinnen in Berlin, wo sie unter ihrem Mädchennamen Anna Stein zu den aktivsten Vorkämpferinnen für eine Hebung des Lebensstandards der „kleinen Angestellten“ und die Emanzipation der Frau zählte. Damals bestand noch ein Organisationsverbot für Frauen. So wurde sie im Oktober 1904 erst einmal nur „zahlendes Mitglied“ der „Sozialdemokratischen Partei Deutschlands“. 1908 konnte sie dann zum „ordentlichen Mitglied“ aufsteigen. Ihr besonderes Arbeitsrevier war der Reichstagswahlkreis I, der das Zentrum der Stadt mit dem Schloß, Lustgarten und Börse umfaßte. Viele Jahre rang sie dort eifrig gegen die damaligen „Freisinnigen“. Viele Jahrzehnte war dann Anna Aufhäuser mit großer Hingabe in der Arbeiterwohlfahrt tätig. Herzliche Glückwünsche gelten der geborenen Berlinerin heute. Die geistige Vitalität und körperliche Gesundheit, mit der sie ihren 80. Geburtstag begehen kann, mögen ihr noch viele Jahre erhalten bleiben.

(Der Telegraf, 11.6.1958)

Beigesetzt ist Anna Aufhäuser gemeinsam mit ihrem Mann Siegfried auf dem jüdischen Friedhof in Freiburg im Breisgau, Elsässer Straße Ecke Rosbaumweg.

Recherche: Holger Hübner