Gedenktage der Berliner SPD 2010

Geschichte

Gedenktage der Berliner SPD 2010

Eine Übersicht über Jubiläen und Gedenktage, die im Zusammenhang mit der Berliner SPD stehen - ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Weitere Hinweise nehmen wir gerne auf: ulrich.horb<at>spd.de

 

 

5.1.1945

Vor 65 Jahren: Julius Leber (geb. am 16.11.1891 in Biesheim/Oberelsaß) in Berlin-Plötzensee von den Nazis hingerichtet. Leber, Reichstagsabgeordneter und Widerstandskämpfer, war Mitglied der SPD seit 1913. 1921 wurde er Mitglied der Lübecker Bürgerschaft, von 1921-33 war er Chefredakteur des "Lübecker Volksboten". Ab 1924 war er Mitglied des Deutschen Reichstags. In den Jahren 1933-37 war er in KZ-Haft, dann fand er ein Auskommen als Kohlenhändler in der Torgauer Straße 20 in Schöneberg. Er war aktiv im Widerstand gegen den Nationalsozialismus u.a. im "Kreisauer Kreis" und beteiligt an den Vorbereitungen des Umsturzversuchs vom 20.7.1944. Bereits am 5.7.1944 wurde er aufgrund von Kontakten zum - von Spitzeln durchsetzten - kommunistischen Widerstand verhaftet und vom Volksgerichtshof unter dem Vorsitz Freislers zum Tode verurteilt. Es bleibt sein Satz: "Für eine so gute und gerechte Sache ist der Einsatz des eigenen Lebens der angemessene Preis. Wir haben getan, was in unserer Macht stand."

6.1.1850

Vor 160 Jahren: Eduard Bernstein in Berlin geboren; Begründer des "Revisionismus"; 1875 führend an der Ausarbeitung des Gothaer Programms der SPD beteiligt; gestorben am 18.12.1932 in Berlin

9.1.1890

Vor 120 Jahren: Kurt Tucholsky in Berlin (Moabit, Lübecker Straße 13) geboren; Schriftsteller, Journalist, 1918 Mitarbeit beim "Vorwärts"; 1933 aus Deutschland ausgebürgert; 21.12.1935 Selbstmord im Exil in Schweden

13.1.1990

Vor 20 Jahren: Auf einer Landesdelegiertenkonferenz im Congress-Centrum am Alexanderplatz benennt sich die SDP in SPD um

16.1.1935

Vor 75 Jahren: Carl Leid (*Arnstadt/Thüringen 2.12.1867) in Berlin gestorben.Der Sozialdemokrat war Bezirksbürgermeister von Ber­lin-Wedding. bis zu seiner zwangs­wei­sen Entfer­nung aus dem Amt durch die Nationalso­ziali­sten am 15.3.1933. In seiner Amtszeit ver­suchte er durch die Anlage neuer Grünanlagen, Maßnahmem im kom­munalen Woh­nungsbau und Verbes­serungen im Ge­sundheits- und Schulwesen, die Lebensbedin­gungen im Bezirk zu heben. Be­gra­ben ist Leid auf dem Urnen­friedhof Wedding, See­straße 92-93, Abt. VIII, 5/165 (Ehren­grab).

22.1.1915

Vor 95 Jahren: Heinrich Albertz (gest. in Bremen 18.5.1993) in Breslau geboren. Inschrift der großformatigen weißen Gedenktafel in einen Metallrohrrahmen mitten auf dem Heinrich-Albertz-Platz: "Heinrich-Albertz-/Platz / Pastor und Politiker, / Regierender Bürgermeister von Berlin / vom 14.12.1966 bis 19.10.1967, / Pfarrer der Ev. Kirchengemeinde / Schlachtensee von 1974 bis 1979"

23.1.1945

Vor 65 Jahren: Theodor Haubach in Berlin-Plötzensee hingerichtet (geb. 15.09.1896 in Frankfurt/Main), Widerstandskämpfer gegen die NS-Diktatur; führendes Mitglied des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold zum Schutz der Weimarer Republik

29.1.1980

Vor 30 Jahren: Otto Theuner in Berlin gestorben (geb. 03.08.1900 in Göritz/Brandenburg), 1955-67 Senator in Berlin

9.2.1930

vor 80 Jahren: Paul Levi (geb. in Hechingen 11.3.1883) in Berlin verstorben

9.2.1895

Vor 115 Jahren: Hermann Louis Brill in Gräfenroda/Thüringen geboren. Gestorben in Wiesbaden am 22.6.1959. Gedenktafel in der Karlsruher Straße 13. Inschrift: "Hier o lebte o von 1934 bis o zu seiner o Verhaftung / als o Widerstandskämpfer o im o Jahre 1938 / Professor o Dr. jur. Hermann o Brill / Demokrat - Politiker – Wissenschaftler / Mitglied o des o Deutschen o Reichstages / Mitglied o des 1. Deutschen o Bundestages / Minister o des o Landes o Thüringen / Staatssekretär o im o Bundesland o Hessen / geboren 9.2.1895 gestorben 22.6.1959"

15.2.1860

Vor 150 Jahren: Leo Martin Arons in Berlin geboren (+Berlin 10.10.1919). Eine Gedenktafel am Haus Engeldamm 62-64 erinnert seit dem 6.9.2002 an ihn. Inschrift: Dieses Haus wurde von 1899 bis 1900 als eines / der ersten Gewerkschaftshäuser Deutschlands / gebaut - mit großzügiger Unterstützung von / (Foto) / Leo Martin Arons / 15.2.1860 bis 10.10.1919  Er war Physiker, Sozial-/demokrat und Förderer der freien Gewerkschaften, / lehrte als Privatdozent an der Berliner Universität / und erfand die Quecksilberdampflampe. Wegen / seiner Zugehörigkeit zur Sozialdemokrati­schen / Partei entzog ihm der preußische Staat 1900 die / Lehr­erlaubnis. In einem Hof dieses Hauses erhielt er / seine Grab­stätte. Mit der Besetzung des Hauses am / 2. Mai 1933 durch die Nationalsozialisten begann die / Zerschlagung der freien Gewerk­schaftsbewegung. / Das Grab wurde zerstört.

Der Berliner Arons war Enkel des Finanziers der ersten preußischen Eisenbahn von Berlin nach Potsdam, Levin Arons, und Schwiegersohn des Bankiers Julius Bleichröder, dessen Tochter Johanna er geheiratet hatte. Er studierte Physik an der Universität Straßburg, an der er auch promovierte, und kehrte 1889 nach Berlin zurück, wo er sich als Privatdozent an der Universität habilitieren wollte. Er finanzierte die „Sozialistischen Monatshefte“ und war Mitbegründer der Volksbühne. Aus seinem Privatvermögen unterstützte er den Bau des ersten Gewerk­schaftshauses in Berlin mit 50.000 RM und gewährte der von ihm zu diesem Zweck geschaffenen Gesellschaft ein zusätzliches Hypothekendarlehen in Höhe von 500.000 RM. Seine Aktivitäten zur Stützung der sozialistischen und Gewerk­schaftsbewegung führten 1899 auf Veranlassung Kaiser Wilhelms II. zur Verabschiedung eines Sondergesetzes („Lex Arons“), mit dessen Hilfe er am 20.1.1900 aus der Universität entfernt wurde. Alle seine Familienangehörigen, auch seine Frau, haben ihre Grabstätten auf dem Jüdischen Friedhof an der  Schönhauser Allee.

22.2.1840

Vor 170 Jahren: August Bebel in (Köln-)Deutz geboren, gestorben in Churwalden/Passug (Schweiz) 13.8.1913

An seinem letzen Berliner Wohnort in Schöneberg, Hauptstraße 97 (am  Innsbrucker Platz), erinnert eine Gedenktafel über dem Eingang an ihn. Inschrift: Hier wohnte von 1903 - 1913 / August Bebel / Mitglied des Reich­stages / Vor­sitzen­der der  So­zi­aldemokratischen Partei / Deutschlands

Bebel wohnte in Berlin an drei Stel­len im heuti­gen Ortsteil Schö­neberg. Zunächst in der Großgörschen­straße 22a Ecke Bautzener Straße (zerstört), dann in der Habsburger Straße 5 und schließ­lich bis zu seinem Tode in der Haupt­straße. Ge­storben ist Bebel während eines Sanatoriumsaufenthalts „an Herzlähmung“. Beigesetzt wurde er in Zürich, wo seine Tochter lebte. Die Bronzeta­fel in der Hauptstraße wurde „in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste, unter ihnen der ehemalige Reichstagspräsident Löbe” am 13.8.1960 ent­hül­lt und Ende Juli 2005 restauriert.

28.2.1925

Vor 85 Jahren: Friedrich Ebert (geb. in Heidelberg am 4.2.1871) in Berlin 28.2.1925 verstorben. Gedenktafel Afrikanische Straße Ecke Swakopmunder Straße mit Inschrift: "Friedrich Ebert / Reichspräsident / 1919 - 1925"
Unter der Inschrift auf dem großen Gedenkstein an der Friedrich-Ebert-Siedlung befindet sich ein Portraitrelief Eberts. Ursprünglich war der Stein - mit dem Portraitrelief (Bildhauer: Eberhard Encke) über der Inschrift - am 25.9.1932 eingeweiht worden. Anwesend waren die Witwe Luise Ebert und als Vertreter des Bauherrn, die Wohnungsbaugesellschaft "Eintracht", der ehemalige Reichskanzler Gustav Bauer. Die Festansprache hielt "vor einer sehr zahlreichen Hörerschaft" (Vorwärts, 26.9.1932) Dr. Theodor Heuß. Weitere Ebert-Gedenkstellen: Joachimstaler Straße 20 (Sterbeort) und Defreggerstraße 20 (Wohnort)

5.3.1945

Vor 65 Jahren: Ernst von Harnack (*Marburg/Lahn 15.7.1888 - +Berlin-Plötzensee 5.3.1945) hingerichtet. Eine Gedenktafel für Ernst von Harnack gibt es Am Fischtal 8 (unweit Wilskistraße) mit der Inschrift: "Hier wohnte und wirkte von 1932 bis 1944 der Sozialdemokrat / Ernst von Harnack / 15.7.1888 - 5.3.1945 / Der 1932 amtsenthobene preußische Regierungspräsident / wurde als Widerstandskämpfer gegen das nationalsozialistische / Terrorregime nach dem 20. Juli 1944 verhaftet, / vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und kurz / vor Kriegsende hingerichtet." Der Sohn Adolf von Harnacks wurde wegen seiner Beteiligung am 20. Juli 1944 im September 1944 verhaftet und zum Tode verurteilt. Schon nach dem sogenannten Preußenschlag von Papens am 20. Juli 1932 gegen die sozialdemokratische Regierung unter Otto Braun verlor er sein Amt als Regierungspräsident von Merseburg. 1933 kam er für mehrere Wochen in Haft, als er versuchte, die für den Mord am während der "Köpenicker Blutwoche" ermordeten Reichsbannerführer Johannes Stelling Verantwortlichen ausfindig zu machen. Er war auch Geschichtsphilosoph und Verfasser der Gräberkartei von Groß-Berlin. Enthüllung der Berliner Gedenktafel am 4.3.1994. Sie befindet sich rechts oberhalb der Haustür. Eine symbolische Grabstätte (Ehrengrab) befindet sich auf dem Friedhof Zehlendorf, Onkel-Tom-Straße 30, Abt. 11 HW 22/23. Der Grabstein trägt die Inschrift Matthäus 5,10: "Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn das Himmelreich ist ihr."

8.3.1995

vor 15 Jahren: Erich Gießner gestorben (geb. 10. Mai 1909 in Gera) 1954 bis 1975 MdA (1959-71 Mitgl. d. SPD-Fraktionsvorstands), Leiter d. DAG Landesverbandes Berlin

9.3.1985

vor 25 Jahren: Ernst Scharnowski gestorben (geb. 5. Dez. 1896 in Preußisch Eylau), 1949-60 Vorsitzender der UGO bzw. des DGB, 1957-61 MdB (Neukölln)

23.3.1895

Vor 115 Jahren: Dr. Fritz Schloß in Berlin geboren (gestorben 19.12.1954), 1919-23 Mitbegründer und Vorsitzender der Jusos von Groß-Berlin, 1946-52 Bezirksbürgermeister von Berlin-Tiergarten, 1946-47 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung, Ehrenbürger, Ehrengrab auf dem Waldfriedhof Zehlendorf, wohnte in der Stromstraße 64, der Fritz-Schloß-Park in Moabit ist nach ihm benannt

24.3.1905

vor 105 Jahren: Willy Bartsch in Bielau/Schlesien geboren (gest. 9. Juni 1988), 1948-61 politischer SPD-Kreissekretär in Prenzlauer Berg, 1950-63 MdA, 1963-72 MdB

28.3.1990

vor 20 Jahren: Gerhard Schmidt gestorben (geb. 11. Aug. 1914 in Berlin), 1965-71Bezirksbürgermeister von Wilmersdorf *

3.4.1855

Vor 155 Jahren: Richard Fischer geboren Redakteur (Vorwärts, Sozialdemokrat), Mitglied des PV, MdR, Gedenkstätte der Sozialisten

3.4.1940

Vor 70 Jahren: Ernst Heilmann (*Berlin 13.4.1881) im KZ Buchenwald ermordet.In der Kreuzberger Brach­vo­gel­straße 5 erinnert eine Tafel an ihn: An diesem Ort lebte von 1921 bis 1933 Ernst Heilmann Vorsitzender der SPD-Frak­tion im Preussi­schen Landtag und Mit­glied des Reichs­tages bis 1933. Als Gegner des National­sozia­lismus wurde er 1940 - nach sieben­jähriger Haft - im KZ Buchen­wald ermordet.

Begraben ist Heilmann auf dem Waldfriedhof Wilmersdorf in Stahnsdorf, H III UW 72 (Ehrengrab).

11.4.1825

Vor 185 Jahren: Ferdinand Lassalle in Breslau geboren, gestorben in Genf am 31.8.1864. Gedenktafel Bellevuestraße 13 mit der Inschrift: "Hier wohnte von 1859 bis 1863 / Ferdinand Lassalle / Seinem Andenken die Stadt Berlin 1928" Die schmale, langgezogene und gerahmte rechteckige Bronzetafel wurde von der Stadt Berlin am 25.7.1928 angebracht und ist bereits am 3.10.1933 abgenommen worden. Am 11.4.2005 enthüllte der SPD-Parteivorsitzende Franz Müntefering am alten Standort (neben dem Sony-Center) eine bronzene Bodentafel, die in ihrem oberen Teil die erste Tafel wiedergibt: „Hier wohnte von 1859 bis 1863 / Ferdinand Lassalle / Seinem Andenken die Stadt Berlin / 1928 / An diesem Standort Bellevuestr. 13 befand sich bis 1933 diese Gedenktafel. Sie wurde / von den Nationalsozialisten entfernt. FERDINAND LASSALLE, geb. 11. April 1825 in / Breslau und gest. 31. August 1864 in Genf, Schriftsteller, Philosoph, Arbeiterführer, war / Mitbegründer und erster Präsident des 1863 in Leipzig gegründeten ALLGEMEINEN / DEUTSCHEN ARBEITSVEREINS. Dieser schloss sich 1875 in Gotha mit der / SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI DEUTSCHLANDS zusammen. / Nach dem Ende der Verfolgungen unter dem Sozialistengesetz 1890 nennen sich die / Sozialdemokraten SOZIALDEMOKRATISCHE PARTEI DEUTSCHLANDS - SPD. / Berlin 2005“

Lassalle starb an einer in einem Duell erlittenen Verwundung. Beigesetzt ist er auf dem Jüdischen Friedhof in Breslau. Sein Grab wurde Ende der 80er Jahre mit finanzieller Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung wiederhergerichtet.

16.4.1935

vor 75 Jahren: Jürgen Brinckmeier in Plauen geboren (gest. 28.11.1984) 1970-73 Chefredakteur der Berliner Stimme, 1971-76 MdA, 1980-83 SPD-Kreisvorsitzender in Neukölln, 1984 MdEP

19.4.1910

Vor 100 Jahren: Anton Schmaus in München. Er konnte sich zu Beginn der „Köpenicker Blutwoche“ zunächst der Verhaftung durch Flucht entziehen. Dabei erschoß er drei SA-Männer, stellte sich später der Polizei und wurde bei „seinem Eintreffen im Berliner Polizeipräsidium von SA-Leuten angeschossen. Obwohl mit einer Lähmung beider Beine bettlägerig, holten ihn die SA-Schläger aus dem Krankenhaus zur Vernehmung. Er starb an den Folgen der Misshandlungen“ am 16.1.1934

27.4.1920

Vor 90 Jahren: SPD und USPD setzen in der Preußischen Landesversammlung das „Groß-Berlin-Gesetz“ durch. Mit diesem Gesetz wurden demokratische Strukturen in der Berliner Verfassung verankert.

1.5.1805

vor 205 Jahren: Johann Jacoby in Königsberg geboren; Wundarzt und Publizist. Als Vertreter der politischen Linken Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung 1848/49, 1863-1870 Sitz im Preußischen Abgeordnetenhaus. 1872 Eintritt in die SPD, für die er 1874 ein Reichstagsmandat erringt, das er aus Protest gegen die Politik Preußens aber nicht antritt. Gestorben am 6.3.1877.

8.5.1985

vor 25 Jahren: Dr. Ulrich Dübber in München gestorben (geb. 2. 1.1929), Journalist (RIAS, stv. NDR-Direktor), 1972-83 MdB

9.5.1910

Vor 100 Jahren: Karl König geboren; Senator für Wirtschaft in Berlin 1965-75; gestorben am 14.3.1979

15.5.1995

vor 15 Jahren: Werner Jannicke gestorben (geb. 27. 10.1919), 1950-63 SPD-Fraktionsvorsitzender in der BVV Wedding, 1963 bis 1974 MdA (ab 1967 stellv. Fraktionsvors.)

 

 

16.5.1945

vor 65 Jahren: in der Charlottenburger Wohnung von Karl Germer, Kantstr. 125, tagt erstmals nach dem Krieg ein Organisationskommitee der SPD zusammen mit freien Gewerkschaftern und Vertretern des Allgemeinen Freien Angestellten-Bundes

18.5.1885

Vor 125 Jahren: Schulreformer Kurt Löwenstein in Bleckede/Elbe geboren, gestorben in Paris am 8.5.1939. Gedenktafel in der Geygerstraße 3. Inschrift: "Dr. Kurt Löwenstein / 1885 - 1939 / Der bekannte Pädagoge / Reichstagsabgeordnete / und Stadtrat lebte hier / von 1921 - 1933 / Förderungsaktion der Spielbank Berlin"
Der Sozialdemokrat Löwenstein war, zusammen mit Fritz Karsen, einer der bedeutendsten Reformpädagogen und Schulreformer der Weimarer Republik. Er war Mitbegründer und Reichsvorsitzender der Bewegung der "Kinderfreunde". Den Nazis war er so verhaßt, dass zwei uniformierte SA-Leute ihn noch in der Nacht des Reichstagsbrandes (am 28.2.1933 gegen 3.15 Uhr) in seiner im vierten Stock gelegenen Wohnung überfielen, zehn Schüsse in das Schlafzimmer abfeuerten und das Arbeitszimmer verwüsteten. Löwenstein flüchtete noch am selben Tag aus Deutschland und ging nach Paris ins Exil. Beigesetzt wurde er auf dem Pariser Friedhof Père-Lachaise.

23.5.1915

vor 95 Jahren: Dr. Heinz Gutsche in Leipzig geboren (gest. 9.11.1993 in Nürnberg), 1960-70 Bezirksbürgermeister von Reinickendorf

5.6.1975

vor 35 Jahren: Roelf Heyen gestorben (geb. 12.12.1938 in Emden), 1965-67 Vorsitzender der Berliner JUSOS, 1969-75 MdB (Zehlendorf)

7.6.1965

vor 45 Jahren: Paul Theodor Fleischmann gestorben (geb. 23.09.1889 in Freiburg/Schlesien), 1948-53 Stadtrat bzw. Senator für Arbeit 1958-65 MdB, SPD-Kreisvorsitzender in Zehlendorf

15.6.1890

Vor 120 Jahren: Wilhelm Leuschner geboren; hessischer Innenminister 1928-33; im ADGB-Bundesvorstand; als Widerstandskämpfer des 20. Juli am 29.09.1944 in Berlin hingerichtet. Erinnert wird an Leuschner in Berlin in der Eisenbahnstraße 5 und am Leuschnerdamm (Grünstreifen ggü. Nr. 33; beide Kreuzberg), an der Bismarckstraße 84 (Charlottenburg), Kleiststraße 19-21 (DGB-Haus, Schöneberg) und in der Wilhelm-Leuschner-Oberschule, Blumenstraße 13 (Spandau)..

15./16.6.1945

vor 65 Jahren: Unter Vorsitz von Otto Grotewohl konstituiert sich in Berlin der "Zentralausschuß der SPD", der - wie auch der Kreis um Kurt Schumacher - den Führungsanspruch erhebt. Im Gründungsaufruf "Vom Chaos zur Ordnung" wird die organisatorische Einheit der Arbeiterklasse gefordert.

17.6.1945

vor 65 Jahren: 1. Funktionärsversammlung der Berliner SPD mit rund 1500 Berliner Funktionären im "Deutschen Hof" in der Luckauer Straße in Kreuzberg

21.6.1990

Vor 20 Jahren: Erstmals volles Stimmrecht für die Berliner Bundestagsabgeordneten

25.6.1945

Vor 65 Jahren: Neugründung der Charlottenburger SPD

5.7.1870

Vor 140 Jahren. Hans Baluschek in Breslau geboren (+Berlin 28.9.1935). Der Maler Berliner Arbei­terle­bens, auf des­sen Werken sich fast immer Ei­sen­bahn­moti­ve finden, gehört in eine Reihe mit Käthe Kollwitz und Heinrich Zille. Nach dem Ersten Weltkrieg beteiligte er sich an der kulturpolitischen Arbeit der SPD. In Friedenau, Semperstraße Ecke Ceciliengärten 26 erinnert eine Tafel an ihn, der in diesem Haus sein Atelier hatte: Hier lebte / malte / zeichnete / und schrieb / Hans / Baluschek / 1929-1933

Sein Grab befindet sich auf dem Wald­fried­hof Wil­mers­dorf in Stahns­dorf, Abt. L I - S III – 334.

13.7.1925

vor 85 Jahren: Ilse Reichel geboren (gest. am 17.12.1993), Mitbegründerin der Berliner Falken, 1965-71 Bezirksstadträtin für Fam. Jugend u. Sport in Reinickendorf, 1971-81 Senatorin (Fam. Jugend, Sport)

16.7.1905

vor 105 Jahren: Curt Grottewitz (geb. in Grottewitz b. Grimma 22.2.1866, eigtl. Max Curt Pfütze) in Berlin verstorben. Gedenktafel in Alt-Müggelheim 15 Ecke Odernheimer Straße mit der Inschrift: "Hier lebte und wirkte / der Natur- und / Arbeiterfreund / Dr. Curt Grottewitz / 22. Februar 1866 - 16. Juli 1905"
Der Sozialdemokrat Grottewitz war Mitbegründer der Arbeiterwanderbewegung "Die Naturfreunde" und unterhielt enge Beziehungen zum Friedrichshagener Dichterkreis. Enthüllung der dunklen Metalltafel zum 100. Geburtstag 1966. Beigesetzt ist er auf dem Friedhof Müggelheim, Krampenburger Weg 13.

17.7.1940

Vor 70 Jahren: Karl Kollwitz (*13.6.1863) in Berlin gestorben. Der Sozialdemokrat und Armenarzt wohnte mit seiner Frau Käthe in der heutigen Kollwitzstraße 56a (damals Weißenburger Straße 58). Dort befand sich auch seine Praxis. Begra­ben sind beide auf dem Zen­tral­friedhof Fried­richsfelde, Gudrunstraße 20, Künstlerabteilung.

24.7.1925

Vor 85 Jahren: Ottilie Baader in Berlin gestorben;

"Zentralvertrauensperson der deutschen Genossinnen"; geboren am

30.05.1847

26.7.1865

Vor 145 Jahren: Philipp Scheidemann in Kassel geboren, gestorben in Kopenhagen am 29.11.1939. Gedenktafel am Reichstagsgebäude mit der Inschrift: "Von / diesem / Balkon / rief / der / Sozialdemokrat / Philipp Scheidemann / am 9.11.1918 die / deutsche Republik aus". Scheidemann war Fraktionsvorsitzender der SPD im Reichstag, als er in einem mutigen, nicht abgesprochenen Akt, die Republik proklamierte. In seiner improvisierten, in verschiedenen Versionen überlieferten Rede sagte er u.a. (nach seinen 1930 erschienenen Memoiren): "Arbeiter und Soldaten! Furchtbar waren die vier Kriegsjahre. Grauenhaft waren waren die Opfer, die das Volk an Gut und Blut hat bringen müssen. Der unglückselige Krieg ist zu Ende. Das Morden ist vorbei. Die Folgen des Kriegs, Not und Elend, werden noch viele Jahre lang auf uns lasten. Seid einig, treu und pflichtbewusst! Das Alte und Morsche, die Monarchie ist zusammengebrochen. Es lebe das Neue! Es lebe die Deutsche Republik!" Die Bronzetafel von Heinz Spilker wurde am 23.6.1976 von Bundestagspräsidentin Annemarie Renger enthüllt. Sie zeigt oben rechts ein Reliefportrait Scheidemanns und befand sich neben dem zweiten Fenster links vom früheren Haupteingang im Inneren des Hauses. Der Raum diente seit Anfang 1992 - vor Beginn der Umbauarbeiten - der Erinnerung an "ermordete, verfolgte und verfemte" Mitglieder des Deutschen Reichstags. Sie wurde nach dem Umbau erneut von Bundestagspräsident Wolfgang Thierse am 9.11.1999 und nunmehr an der Balkonbrüstung vor dem zweiten Fenster von links des Abgeordnetenrestaurants enthüllt und ist somit für "normale" Besucher nicht zugänglich.
Weitere Gedenktafel in Friedenau, Lenbachstraße 6a, Inschrift: "In einem hier vormals stehenden Hause lebte / Philipp Scheidemann / 26.7.1865 - 29.11.1939 / Am 9. November 1918 rief er die erste / deutsche Republik aus / Der sozialdemokratische Politiker wurde / 1919 Ministerpräsident der / ersten demokratisch gewählten Regierung der / "Weimarer Republik" / Ging 1933 in die Emigration"

28.7.1875

vor 135 Jahren: Johann Baptist von Schweitzer in Giessbach bei Bern gestorben, Präsident des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins 1867-1871, Mitglied des Reichstages von 1867-1871, Chefredakteur des "Socialdemokrat". 1872 aus dem ADAV ausgeschlossen, am 12.7.1833 in Frankfurt/M. geboren, lebte in Frankfurt/ Wiesbaden/Berlin/Elberfeld.

3.8.1990

vor 20 Jahren: Dietrich Spangenberg gestorben (geb. 25.6.1922 in Dönitz), Mitglied d. Gründungskommitees der FU, 1963-67 Leiter der Senatskanzlei, 1967-69 Senator für Bundesangelegenheiten und Inneres und Bevollmächtigter des Landes Berlin beim Bund, 1969-74 Staatssekretär im Bundespräsidialamt in Bonn, 1974-82 Bevollmächtigter der Bundesregierung in Berlin

3.8.1900

Vor 110 Jahren: Otto Theuner in Göritz geboren; Senator in Berlin 1955-67; gestorben am 29.1.1980 in Berlin

4.8.1950

Vor 60 Jahren: Neue Berliner Verfassung vom Abgeordnetenhaus verabschiedet

 

 

7.8.1900

vor 110 Jahren: Wilhelm Liebknecht gestorben, Mitbegründer der Sächsischen Volkspartei 1866 und der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei 1869, Chefredakteur des Vorwärts ab 1891, geb. 29.3.1826

7.8.1905

vor 105 Jahren: Helmut Mattis geboren (gest. 30.4.1987), 1946-51 Bezirksbürgermeister von Steglitz, 1956-70 Bezirksbürgermeister von Wedding

14.8.1880

Vor 130 Jahren: Minna Todenhagen in Greifswald geboren (+Berlin 16.11.1950). Sie gehörte zu den Mitbegründerinnen der Arbeiterwohlfahrt, war Berliner Stadtverordnete der SPD von 1924-1933 und nach den Wahlen vom 20.10.1946. Sie leitete das „Haus Kinderschutz“ in Zehlendorf, Claszeile 57 (Errichtet vom »Verein zum Schutze der Kinder vor Ausnutzung und Mißhandlung«; Gedenktafel seit 2007) von 1930 bis zu ihrer Entlassung Ende 1933 und erneut von 1945-1949. Im „Dritten Reich“ stand sie bis 1934 unter Polizeiaufsicht und wurde nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 für einige Wochen inhaftiert.

15.8.1930

vor 80 Jahren: Robert Wengels gestorben, Expedient des "Vorwärts", Mitglied des PV, Gedenkstätte der Sozialisten

16.8.1920

vor 90 Jahren: Günther Abendroth geboren (gest. 10.1.1993), 1958-63 MdA, 1963-75 Bezirksbürgermeister von Kreuzberg, Vorsitzender der Freien Volksbühne Berlin und des Verbandes der deutschen Volksbühnenvereine

19.8.1940

Vor 70 Jahren: Samuel (Salo) Drucker im KZ Sachsenhausen ermordet. Mehr siehe 17.9.

6.9.1985

vor 25 Jahren: Günter Spruch gestorben (geb. 26.4. 1908 in Beuthen / Oberschlesien), 1948 Mitbegründer der UGO, 1964-71 Bezirksbürgermeister von Charlottenburg

14.9.1990

 

Vor 20 Jahren: Der SPD-Bezirksverband (Ost) und der West-Berliner Landesverband beschließen auf getrennten Parteitagen im Palais am Funkturm die Vereinigung

17.9.1885

Vor 125 Jahren: Samuel (Salo) Drucker in Lissa/Provinz Posen (Lesno/Polen) geboren.. Gedenktafel in der Reinickendorfer Straße 60a (neben dem Eingang zum Haus der Gesundheit). Inschrift: "Salo Drucker / 17.9.1885 - 19.8.1940 / Erster Stadtarzt des Bezirks Wedding von / 1922 bis 1933. / Unter seiner Leitung wurde das / öffentliche Gesundheitswesen im Wedding / vorbildlich ausgebaut. / Als Jude wurde er 1933 von den National-/sozialisten aus dem Gesundheitsamt entlassen und / 1940 im KZ Sachsenhausen ermordet " Der sozialdemokratische Arzt und Gesundheitspolitiker Drucker ging nach seiner Entlassung zunächst in die Schweiz, kehrte aber nach Berlin zurück. 1939 wurde er verhaftet und ins KZ geworfen. Enthüllung der Berliner Gedenktafel am Sonntag, 19.8.1990. Beigesetzt ist die Urne mit Druckers Asche auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee, Herbert-Baum-Straße (Markus-Reich-Platz).

25.9.1890

Vor 120 Jahren: Karl Heinrich in München geboren (+Berlin-Hohenschön­hausen 3.11.1945).

In der ersten deut­schen Republik war Heinrich Leiter der Polizei­inspektion Linden, wurde nach dem sogenannten "Preußenschlag" am 20.7.1932 - der unge­setzlichen Entmachtung der demokratischen preußischen Regie­rung - in den Ruhe­stand versetzt. Der Spandauer "Reichs­banner"-Füh­rer Hein­rich wurde wegen sei­ner Aktivi­tä­ten 1936 ver­haftet, im März 1937 vom Volks­gerichtshof zu sie­ben Jah­ren Zuchthaus verurteilt, dann in Zuchthäusern und in Konzen­tra­tions­lagern inhaf­tiert. Am 18. Mai 1945 wurde er von der so­wjeti­schen Besat­zungsmacht zum Kom­man­deur der neu aufge­stellten Ber­liner Schutzpolizei ernannt. Ohne An­gabe von Gründen am 2. Au­gust verhaf­tet starb er am 3. Novem­ber 1945 im sowjetischen Speziallager Hohen­schönhau­sen „an der Paralyse lebenswichtiger Organe“. Seine Leiche wurde in nahegelegenen Karbidkalkgruben „verscharrt“. Erinnert wird seiner mit einer Tafel an der nach ihm benannten Karl-Heinrich-Brücke in Spandau.

28.9.1935

Vor 75 Jahren. Hans Baluschek (*Breslau 5.7.1870) in Berlin gestorben. Der Maler Berliner Arbei­terle­bens, auf des­sen Werken sich fast immer Ei­sen­bahn­moti­ve finden, gehört in eine Reihe mit Käthe Kollwitz und Heinrich Zille. Nach dem Ersten Weltkrieg beteiligte er sich an der kulturpolitischen Arbeit der SPD. In Friedenau, Semperstraße Ecke Ceciliengärten 26 erinnert eine Tafel an ihn, der in diesem Haus sein Atelier hatte: Hier lebte / malte / zeichnete / und schrieb / Hans / Baluschek / 1929-1933

Sein Grab befindet sich auf dem Wald­fried­hof Wil­mers­dorf in Stahns­dorf, Abt. L I - S III – 334.

6.10.1945

vor 65 Jahren: Hans Vogel in London gestorben, SPD-Parteivorsitzender 1931-33 und im Exil, geb. am 16.2.1881

12.10.1890

Vor 120 Jahren: Umbenennung der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands in Sozialdemokratische Partei Deutschlands (auf dem Parteitag in Halle)

13.10.1895

Vor 115 Jahren: Kurt Schumacher in Culm/Westpreußen (Chelmno/Polen) geboren, gestorben in Bonn am 20.8.1952. Gedenktafel in der Müllerstraße 163 (Sozialdemokratische Partei Deutschlands, Kurt-Schumacher-Haus). Inschrift der Bronzetafel: "Berlin ist der Anspruch der Demokratie / auf ganz Deutschland" / Kurt Schumacher / 13.10.1895 - 20.8.1952 / Vorsitzender / der / Sozialdemokratischen Partei / Deutschlands Der Reichstagsabgeordnete, der den Nazis am 23.2.1932 im Parlament bescheinigte: "Die ganze nationalsozialistische Agitation ist ein dauernder Appell an den inneren Schwei-nehund im Menschen", wurde Anfang Juli 1933 verhaftet und bis März 1943 an verschiedenen Orten in Haft gehalten. 1945 gehörte er zu den Wiederbegründern der SPD und war ein entschiedener Gegner jeglicher Zusammenarbeit mit den Kommunisten. Er starb an den Spätfolgen der im KZ erlittenen Entbehrungen.

22.10.1980

vor 30 Jahren: Erwin Bennewitz in Borsighausen bei Hannover gestorben (geb. 5.6.1902 in Berlin), 1946-48 (Amtsniederlegung) Bezirksbürgermeister von Treptow

31.10.1920

vor 90 Jahren: Eduard Solger (*28.5.1834) gestorben. Er arbeitete über 50 Jahre als Armenarzt im Wedding. Eine Gedenktafel an der Reinickendorfer Straße 5 erinnert daran.

5.11.1885

Vor 125 Jahren: Martin Wagner in Königsberg/Ostpreußen geboren (+Cam­bridge/Massachusetts 28.5.1957). Der Schöneberger (seit 1.7.1918) und später Berli­ner Stadtbaurat (seit 1926) war Schöp­fer mehrerer herausragender Siedlungen der Wei­marer Repu­blik in Berlin (u.a. gemeinsam mit Bruno Taut die Britzer Hufeisensiedlung). Am 14.3.1933 wurde er aus seinem Amt entlassen. 1935 ging er nach Istanbul und von dort 1938 an die Harvard University. An der Schöneberger Lindenhofsiedlung, Röblingstraße 29 Ecke Reglin­straße ist eine Erinnerungstafel angebracht: Zum Gedenken an / Mar­tin Wagner / 1885 - 1957 / dem Erbau­er der / "Lindenhofsiedlung" / Stadt­bau­rat in Schö­neberg, / Archi­tekt und Stadtplaner. Erinnert an ihn wird auch im Strandbad Wannsee und am Alten Stadthaus.

11.11.1885

Vor 125 Jahren. Fritz Karsen in Breslau geboren, gestorben in Guayaquil/Ekuador am 25.8.1951. Gedenktafel an der Sonnenallee 79 (Nähe Elbestraße). Inschrift: "Hier lehrte von 1921 - 1933 / der bedeutende Reformpädagoge / Fritz Karsen / Zum Gedenken der durch / nationalsozialistische Gewaltherrschaft / verfolgten Pädagogen". Die Karl-Marx-Schule (heute Abbe-Schule), deren Direktor Karsen war, war eine der bedeutendsten Reformschulen der Weimarer Republik. Karsen wurde bereits im Februar 1933 von den Nationalsozialisten aus dem Schuldienst entfernt. Noch in der Nacht des Reichstagsbrandes flüchtete er mit seiner Familie nach Paris. 1936 ging er nach Bogotá, von dort 1938 nach New York. Von 1946 bis 1948 war er im Auftrag der US-Regierung Beauftragter für das Hochschulwesen in Berlin, kehrte dann nach New York zurück. Er starb, als er im Auftrag der Unesco in Ekuador war. Die Bronzetafel wurde 1989 enthüllt.

17.11.1970

vor 40 Jahren: Wilhelm Blume (*Wolfenbüttel 8.2.1884) in Berlin gestorben. Der Reformpädagoge war Gründer der Schulfarm Insel Scharfenberg und Gründungsdirektor der Pädagogischen Hochschule Berlin Sein Grab ist auf dem Städtischen Friedhof Tegel, Wilhelm-Blume-Allee (Eingang Ziekowstraße).

22.11.1985

vor 25 Jahren: Dorothea Lösche gestorben (geb. 31.5.1906 in Hagen/Westf.), vor 1933 SAJ, 1958-63 MdA, 1963-69 MdB (Neukölln)

25.11.1830

vor 180 Jahren. Lina Morgenstern in Breslau geboren, gestorben in Berlin am 16.12.1909. Gedenktafel an der Linienstraße 47 (schräg gegenüber Rückertstraße) mit der Inschrift: "In diesem Haus eröffnete 1868 / der Volksküchenverein, gegründet von / Lina Morgenstern, / genannt "die Suppenlina", / 25.11.1830 - 16.12.1909 / eine Volksküche. / In dem Bestreben, / die große soziale Not zu lindern, / aber kein Almosen zu verteilen, / wurden erstmalig nahrhafte Speisen / zum Selbstkostenpreis abgegeben. / Lina Morgenstern wirkte als Publizistin, / als Mitbegründerin des / ersten Arbeiterinnen-Bildungsvereins / und der ersten Krankenkasse / für Arbeiterinnen / sowie als Vorstandsmitglied / der Deutschen Friedensgesellschaft." Die Bronzetafel befindet sich zwischen dem zweiten und dritten Fenster des Erdgeschosses rechts neben dem Eingang. Enthüllt wurde sie am 16.12.1997. Beigesetzt ist die "Suppenlina" auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee, Herbert-Baum-Straße (Markus-Reich-Platz), Feld U, Reihe 11.

30.11.1935

Ida Altmann-Bronn (O*bscherninken Krs. Labiau/Ostpreußen 30.6.1862) in Berlin gestorben. Seit 1890 wohnte sie in Berlin und engagierte sich in der SPD und der Freireligiösen Gemeinde, hier vor allem im Rahmen des Jugendunterrichts. Sie arbeitete politisch in der sozialistischen Frauenbewegung eng mit Emma Ihrer und Clara Zetkin zusammen. Als 1905 das Arbeiterinnensekretariat bei der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands gegründet wurde, wurde sie dessen erste Leiterin. Ihre aktive politische Arbeit endete mit ihrer Heirat und dem Fortzug in das Elsass. Die freireligiöse Gemeinde und der DGB setzten ihr 2005 auf dem ehemaligen Friedhof in der Pappelallee (Prenzlauer Berg), auf dem sie anonym beigesetzt wurde, einen Erinnerungsstein.

1.12.1930

Vor 80 Jahren: Adolph Hoffmann gestorben, gelernter Graveur und Vergolder, Führender Vertreter der Freireligiösen
Gemeinde, 1919 kurzzeitig preußischer Kultusminister, Mitbegründer der USPD, dann KPD und wieder SPD, MdR seit 1910, nach seiner Schrift "Die zehn Gebote und die herrschende Klasse" bekam er den Spitznamen "Zehn-Gebote-Hoffmann", Gedenkstätte der Sozialisten

10.12.1960

Vor 50 Jahren: Julius Grunow (*Kaakstedt 11.1.1873) in (West-)Berlin gestorben. :Der Sozialdemokrat war von 1921 bis zu seiner zwangsweisen Amtsentfernung am 16.3.1933 Bezirksbürgermeister von Treptow Grunow war schon vor dem ersten Weltkrieg als Gemeindevertreter für die SPD aktiv. 1918 trat er zur USPD über, kehrte aber 1922 in die SPD zurück. Seit November 2005 erinnert eine Gedenktafel im Rathaus Treptow, Neue Krugallee 4 an ihn.

14.12.1875

Vor 135 Jahren: Paul Löbe in Liegnitz/Schlesien - geboren, gestorben in Bonn am 3.8.1967. Gedenktafel in der Rubensstraße 118 (damals 48, unweit Canovastraße), Inschrift: "Paul Löbe / Ehrenbürger von Berlin / geb. 14.12.1875 in Liegnitz/Schlesien / gest. 3.8.1967 in Bonn / Redakteur der "Breslauer Volkswacht" / Reichstagspräsident / Alterspräsident des Deutschen Bundestages / wohnte hier von 1936-1939" Der gelernte Schriftsetzer Löbe war zunächst auf kommunaler Ebene in Breslau für die SPD aktiv. 1919 wurde er Mitglied er Weimarer Nationalversammlung, seit 1920 gehörte er dem Reichstag an. Nach dem Verbot der SPD im Juni 1933 wurde Löbe für ein halbes Jahr inhaftiert. Am 23.8.1944 wurde er im Zusammenhang mit dem 20. Juli 1944 erneut verhaftet und in das KZ Groß-Rosen gebracht. 1948/49 war er Mitglied des Parlamentarischen Rates, später des Deutschen Bundestages, dessen erster Alterspräsident er war. Die Ehrenbürgerwürde wurde Löbe am 80. Geburtstag am 14.12.1955 verliehen, die Bronzetafel zu seinem 100. Geburtstag am 14.12.1975 rechts neben dem Eingang enthüllt. Begraben ist er auf dem Waldfriedhof Zehlendorf, Potsdamer Chaussee 75, Abt. III U 24 (Ehrengrab).

15.12.1955

Vor 55 Jahren: Otto Braun in Ascona/Schweiz verstorben. (geb. in Königsberg/Ostpreußen 28.1.1872), Potsdamer Straße 35 (Neue Staatsbibliothek). Inschrift der Tafel am Eingang zum Otto-Braun-Saal: Otto-Braun-Saal / Zum Gedenken an Otto Braun (1872 - 1955), / Arbeiterführer und Staatsmann, letzter / demokratischer Ministerpräsident Preußens. Der Sozialdemokrat Braun, mit kurzen Unterbrechungen Ministerpräsident Preußens seit 1920, wurde am 20. Juli 1932 beim sogenannten "Preußenschlag" des deutschnationalen Steigbügelhalter Hitlers von Papen durch einen Staatsstreich aus seinem Amt entfernt.

16.12.1895

Vor 115 Jahren: Ella Kay geboren. Gedenktafel am Kladower Damm 331-339 Ecke Friedrich-Hanisch-Straße, Inschrift: "Bedeutende Berliner Jugendpolitikerin nach 1945 / Ella Kay / Geboren am 16. Dezember 1895 in Berlin / Volksschulbesuch und Ausbildung zur Fürsorgerin / Bis 1933 Leiterin des Jugendamtes im Bezirk Prenzlauer Berg / 1933 Berufsverbot durch die Nationalsozialisten / 1947 Bezirksbürgermeisterin des Bezirks Prenzlauer Berg / Amtsenthebung durch den Sowjetischen Stadtkommandanten / 1949-1955 Leiterin des Hauptjugendamtes Berlin / 1955-1962 Erste / Senatorin für / "Jugend und Sport" / 1962 Rücktritt / als Senatorin / 1965 Wahl zur / ersten weiblichen / "Stadtältesten / von Berlin" / 1975 Auszeichnung / mit der / "Ernst-Reuter-Plakette" / Gestorben am 3. Februar / 1988 in Berlin" Die Tafel ist im - vom Zugang aus gesehen - linken Haus der Freizeit- und Bildungsstätte Ella Kay des Bezirks Neukölln im Erdgeschoss über der Fahrstuhltür angebracht.

16.12.1875

Vor 135 Jahren: Richard Aßmann in Berlin geboren. Tot aufgefunden in Berlin am 11.7.1933.
Gedenktafel in der Aßmannstraße 46 Ecke Bölschestraße (Friedrichshagen). Inschrift der Tafel: "Hier wohnte das SPD-Mitglied / Richard Aßmann / 1876 - 1933 / Opfer der Köpenicker Blutwoche". Eine nach der Wende entfernte schwarze Marmortafel trug die Inschrift: "In diesem Hause wohnte / der antifaschistische Widerstandskämpfer / Richard Assmann / geb. am 16.12.1875 / In der Köpenicker Blutwoche / am 18. Juni 1933 von der SA ermordet." An ihrer Stelle hing zunächst eine provisorische, schlichte Ersatztafel. Die Enthüllung der neuen Tafel erfolgte am 20.6.1997 durch Bezirksbürgermeister Klaus Ulbricht. Der Versicherungsangestellte Aßmann war auch Kreisleiter des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold.

20.12.1905

vor 105 Jahren: Kurt Mürre in Magdeburg geboren (gest. 14. Oktober 1967), 1959-65 Bezirksbürgermeister von Tempelhof

21.12.1935

Vor 75 Jahren: Kurt Tucholsky (*Berlin 9.1.18909 im Exil in Hindas/Schweden gestorben. Schriftsteller, Journalist, 1918 Mitarbeit beim "Vorwärts"; 1933 aus Deutschland ausgebürgert.

26.12.1920

Vor 90 Jahren: Carl Legien in Berlin gestorben (*Marienburg/Westpreußen 1.12.1861). Legien war Schöpfer und Organisator der neuzeitlichen Ge­werkschafts-/bewegung, Vorsitzender des ADGB, Der Gewerkschaftsführer und Sozialdemokrat leitete während des Kapp-Putsches im Ärz 1920 den Generalstreik, der die rechte Revolte gegen die erste deutsche Demokratie niederzwang. Grab­stätte Zentral­friedhof Friedrichsfelde, Lichtenberg, Gudrunstraße 20 (Gedenkstätte der Sozialisten).

 

 

 

Recherche: Daniela Honigmann, Holger Hübner, Enrico Troebst, Ulrich Horb

 

Ergänzungen, Korrekturen, Hinweise bitte an Ulrich.Horb<at>spd.de