Landesparteitag: Ehrung der SDP-Mitglieder

Landesparteitag: Ehrung der SDP-Mitglieder

ehrung sdp
 

Christine Bergmann und Walter Momper erinnerten zum 25. Jahrestag des Mauerfalls an das Jahr 1989.

Rede von Christine Bergmann zum Anhören (MP3-Audio, 12.9 MB) (MP3)

Rede von Walter Momper zum Anhören (MP3-Audio, 9.3 MB) (MP3)

Der SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß ehrte fünf Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten aus dem Ostteil der Stadt, die 1989 oder Anfang 1990 eingetreten sind und wesentlichen Anteil am Aufbau der SDP hatten:

 

 
Christine Bergmann, Jan Stöß
 

Christine Bergmann, Jahrgang 1939, Apothekerin, Bürgermeisterin von Berlin von 1991 bis 1998, Bundesministerin von 1998 bis 2002.
„Von Null auf Hundert“ - dieser Titel von Christine Bergmanns Biographie bringt die Veränderungen auf den Punkt. Mit der Wende 1989 bekommt politisches Engagement für die studierte Pharmazeutin einen Sinn, noch im Dezember tritt sie in die SDP ein. Ihr geht es stets um praktische Lösungen. Als Vorsteherin der Berliner Stadtverordnetenversammlung erwirbt sie sich 1990 Respekt über Parteigrenzen hinweg. Sie ist stellvertretende SPD-Landesvorsitzende, leitet das Forum „Einheit der Stadt“. Als Bürgermeisterin und Arbeitssenatorin von 1991 bis 1998 geht es ihr um konkrete Hilfe für Menschen und um sozialen Ausgleich. Als Bundesministerin bringt sie ihre ostdeutschen Erfahrungen in die Neuorientierung der Familienpolitik ein. Sie besitzt das Vertrauen der Menschen, das zeigt sich nicht zuletzt, als sie im März 2010 von der Bundesregierung zur Beauftragten für die Opfer sexuellen Missbrauchs berufen wird.

Martin Gutzeit, Jahrgang 1952, Elektromonteur, Pastor, Landesbeauftragter für die Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR in Berlin
Er kämpft gegen die politische Entmündigung durch die SED. Nach langen Jahren der Auseinandersetzung betreibt Martin Gutzeit seit Anfang 1989 zusammen mit Markus Meckel innerhalb der DDR-Opposition immer intensiver den Aufbau einer sozialdemokratischen Partei. Die Gründung der SDP in Schwante im Oktober 1989 fordert die SED offen heraus. Deren Macht bröckelt. Als Vertreter der SDP am Zentralen Runden Tisch der DDR kämpft Martin Gutzeit für Freiheit und Demokratie. Er wird parlamentarischer Geschäftsführer der sozialdemokratischen Fraktion in der ersten frei gewählten Volkskammer. Seit 1993 steht er als Berliner Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen für die sorgfältige Aufarbeitung der Geschichte.

Hans-Jürgen Misselwitz, Jahrgang 1950, Biochemiker, Theologe, Politiker.
Als Biochemiker darf er ab 1981 in der DDR nicht mehr arbeiten, er studiert Theologie und organisiert gemeinsam mit seiner Frau, der Pfarrerin Ruth Misselwitz, die Arbeit des Friedenskreises Pankow, der größten Oppositionsgruppe in Ostberlin. Vom Januar 1990 an engagiert er sich beim Aufbau der SDP. Nach der Volkskammerwahl 1990 übernimmt er als Parlamentarischer Staatssekretär im Außenministerium die Leitung der DDR-Delegation bei den Zwei-plus-Vier-Verhandlungen zur deutschen Einheit. In verschiedenen Funktionen arbeitet er haupt- und ehrenamtlich für die SPD, ob als Pankower Kreisvorsitzender von 2002 bis 2006, ob als langjähriger Geschäftsführer des Forums Ostdeutschland oder als Sekretär der Grundwertekommission.

Karin Sarantis-Aridas, Jahrgang 1943, Kunsthistorikerin, langjährige Bezirksverordnete und Abgeordnete.
„Selbst Aktiv“ ist schon 1989 ihr Motto, als sie in die SDP eintritt und den Kreis Friedrichshain mit aufbaut. Für ihn sitzt sie mit am Runden Tisch des Bezirks, kämpft für demokratische Veränderungen und die Einbeziehung der Menschen in die politischen Prozesse. Sie gehört der ersten frei gewählten Bezirksverordnetenversammlung an, ist ab 1992 Vorsitzende der SPD-Fraktion und wechselt 1999 ins Abgeordnetenhaus. Bis 2006 ist sie dort Ansprechpartnerin für Behindertenpolitik. Einbeziehung, Inklusion, der Abbau von Barrieren, das bleibt ihr Thema als Sprecherin und Vorsitzende der AG Selbst Aktiv – Menschen mit Behinderungen in der SPD Berlin.

Gabriele Schöttler, Jahrgang 1953, Krankenschwester, Ingenieur-Ökonomin, Senatorin und Bezirksbürgermeisterin
Im November 1989 tritt Gabriele Schöttler in die SDP ein. Sie wirkt am Aufbau der ersten Basisgruppen mit, engagiert sich im Wahlkampf, gehört im Mai 1990, als die Sozialdemokraten stärkste Kraft in Ost-Berlin werden, zu den 47 SPD-Stadtverordneten. Von 1991 bis 2001 ist sie Mitglied des Abgeordnetenhauses, von 1998 bis 2001 Arbeitssenatorin mit „einem starken Auftritt für soziale Gerechtigkeit“, wie es ihr Wahlplakat mit Stöckelschuh 1999 zeigt. Sie kümmert sich um die Alltagssorgen der Menschen, 2006 bis 2011 als Bezirksbürgermeisterin von Treptow-Köpenick, heute als Patientenfürsprecherin in einem Krankenhaus.

 
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