"Wir wollten eine Partei, wir wollten diesen Einfluss und wir wollten die Einheit!“

Fotos aus Steglitz-Zehlendorf

"Wir wollten eine Partei, wir wollten diesen Einfluss und wir wollten die Einheit!“

Im Rahmen der SPD Woche Steglitz Zehlendorf traf sich die SPD Südende im Rathaus Steglitz und diskutierte mit Ingrid Stahmer, Martin Gutzeit und Dr. Kurt Lange, drei Aktiven der Zeit 1989 bis  90, anhand deren persönlicher Erfahrungen das Thema der Einheit Deutschlands, Berlins und SPD.


Martin Gutzeit, Mitbegründer der SDP, erzählte von seiner frühen Zusammenarbeit mit Markus Meckel in der Opposition und dem Werden einer Idee aus den 80’ern, zur Gründung einer Partei sowie der revolutionären Entwicklungen 1989. Das alles unter dem Beobachtungsregime und dem Restriktionsapparat der DDR Staats- und Parteiführung und der Stasi.
Gutzeit: „Wir wollten eine Partei, wir wollten diesen Einfluss und wir wollten die Einheit!“
In der Veranstaltung, moderiert von Rolf Wiegand, dem Vorsitzenden der SPD Südende, entwickelte sich ein reges Gespräch, das durch die lebendigen Bilder und den reichhaltigen Erfahrungsschatz der Referierenden hoch interessante Einblicke in die „Wendezeit“ darlegte.

Ingrid Stahmer, die Berliner Bürgermeisterin und Senatorin für Soziales a.D., war zuständig für die Unterbringung der zunehmenden Zahl von Flüchtlingen aus der DDR. So zeichnete sich aus ihrer Sicht im Sommer 1989 die Veränderung ab.

Mit dem Mauerfall, zum 09. November 1989, hatte keiner gerechnet.

Kurt Lange gab einen Einblick in die frühen Erfahrungen mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der DDR, die nach dem Mauerfall aktiv an der Veränderung ihrer Situation arbeiteten. Ihm war zu diesem frühen Zeitpunkt klar, dass der Weg und der Wille der Menschen, in Richtung der Einheit ging.

Martin Gutzeit: „Es war der Versuch, im Sprint, die Demokratie einzuführen, zu organisieren und das alles, um einen kompletten Zusammenbruch der staatlichen und wirtschaftlichen Strukturen zu vermeiden und den Übergang zur staatlichen Einheit zu gestalten“.

Im Anschluss entspann sich, bei der gut besuchten Veranstaltung eine rege Diskussion, zum Prozess der Einheit, der Einschätzung der Ergebnisse, aber auch dem Verhältnis zur Linken, im Bezug auf die Stasiverstrickungen, die am Beispiel Brandenburgs angesprochen wurden.

Martin Gutzeit bedauerte, dass in Brandenburg, die Aufarbeitung der DDR Geschichte und des Wirkens der Stasi, nach 1994 fast eingestellt wurden. Ein Fehler, wie er meint, an dem noch gearbeitet werden müsse, um die Stasiverstrickungen aufzuarbeiten.

Ingrid Stahmer musste erfahren, dass gerade bei „Westdeutschen“ – Verantwortlichen, der Abstand zur Einheit und zu den daraus erwachsenen sozialen und wirtschaftlichen Problemen, mit der Kilometerzahl wuchs.

„Ihr mit Eurer Einheit da.“ Das Bewusstsein für die Probleme, durch die Unterschieden in den Lebensverhältnissen, wurde Vielen erst in der Konfrontation mit dem Berliner „Schmelztiegel“ deutlich.

In der Schlussrunde befragt, wie es 20 Jahre später mit den Hoffnungen, Zielen und Ergebnissen aussieht, konnte Rolf Wiegand Zufriedenheit feststellen.

„Wir wollten die Einheit, das Zusammenwachsen hat länger gedauert und war schmerzhafter als erhofft und wir arbeiten an den Herausforderungen. Auf diese Einheit, will niemand verzichten.“
Bilder Jürgen Jänen

 

 

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