Gewalt kommt nicht in die Tüte!

Fotos aus Friedrichshain-Kreuzberg

Gewalt kommt nicht in die Tüte!

„Am Internationalen Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“ denken wir an die Opfer, die keine Stimme haben. Wir müssen das Thema Gewalt gegen Frauen in die Öffentlichkeit tragen und nicht verschweigen. Nur so können wir Gewalt wirksam bekämpfen“, so die ASF-Kreisvorsitzende Martina Hartleib.

Der ASF-Kreisverband aus Friedrichshain-Kreuzberg und die SPD Friedrichshain-Kreuzberg hat an der Aktion “Gewalt kommt nicht in die Tüte” am 23. November 2012, 15.00 Uhr im Backshop im  Ring-Center teilgenommen.

„Wir wollen ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt setzen. Gewalt ist grundsätzlich zu verurteilen, ob gegen Frauen, Kinder oder gegen Männer“, so die SPD-Kreisvorsitzende Julia Schimeta. Die Dunkelziffer bei den Fällen häuslicher Gewalt ist anhaltend hoch. Viele Fälle werden nicht zur Anzeige gebracht.

Registriert wurden im Jahr 2011 in Berlin 16.108 Fälle häuslicher Gewalt, das sind 0,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Darunter waren drei vollendete Tötungsdelikte, ein versuchter Tötungsdelikt sowie eine vollendete und fünf versuchte Totschlagtaten. Die Opfer waren zu 76,4 Prozent weiblich und zu 23,6 Prozent männlich. In Friedrichshain-Kreuzberg waren es im Jahr 2011 etwa 733 Fälle häuslicher Gewalt.

Die Berliner Frauenhäuser konnten im Jahr 2011 rund 2.363 Frauen und Kindern helfen. 561 Personen fanden Schutz in Zufluchtswohnungen. Mehr als 7.600 Anrufe gingen bei der BIG-Hotline ein. Proaktiv wurde in 702 Fällen in Anspruch genommen. Hier rufen die BIG Hotline und die fünf Frauenberatungsstellen nach einer polizeilichen Wegweisung des Täters bei häuslicher Gewalt die betroffene Frau an, um ihr Hilfe anzubieten.

Für Migrantinnen stehen auch Sprachermittlerinnen zur Verfügung. Die betroffenen Frauen werden bei der Planung der nächsten Schritte unterstützt, zum Beispiel bei Rechts- und Sozialberatungen und Schutzeinrichtungen wie Frauenhäusern und Frauenzufluchtswohnungen.

Die Bundes-ASF fordert einen Aktionsplan III der Bundesregierung zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen. Dieser soll einen Gesamtstrafbestand “häusliche Gewalt” einführen und die Finanzierung der Frauenhäuser bundeseinheitlich regeln. Außerdem soll ein umfassendes staatliches Handlungskonzept erarbeitet werden, um Mädchen und Frauen vor sexualisierter Gewalt zu schützen. Mädchen und Frauen mit Behinderungen muss dabei ein besonderes Augenmerk gelten. Für ausländische Ehefrauen, die Opfer von Gewalt geworden sind, ist zu überprüfen, ob eine polizeiliche oder zivilgerichtliche Wegweisung nach dem Gewaltschutzgesetz auch einen Härtefall darstellt, um ein eigenständiges Aufenthaltsrecht zu erlangen.

 

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