Sozialer Aufstieg ermöglichen - Integration

Fotos aus Mitte

Sozialen Aufstieg ermöglichen - Integration

Die Gäste strömten zur SPD-Fraktion ins Abgeordnetenhaus: Im großen Ausschusssaal saßen ca. 250 engagierte Berlinerinnen und Berliner von Vereinen und Initiativen. Hochrangige Vertreter der evangelischen, katholischen, orthodoxen Kirche sowie Vertreter der jüdischen und muslimischen Gemeinden nahmen teil.

Michael Müller begrüßte alle und betonte, dass die SPD Integration als Querschnittsaufgabe betrachtet, die Teil jeder Politik sein muss. Berlin sei eine Einwanderungsstadt, dem müssen man sich stellen und etwas draus machen. Mit der Schulstrukturreform und der Investition in Bildung will die SPD Kinder und Jugendliche stark machen. „Wir wollen die Verbesserung der Lebenssitutation der Menschen in unserer Stadt“.

Raed Saleh, der integrationspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, betonte das Miteinander und die millionenfach gelungene Integration in Deutschland. Das könne nicht über Probleme hinwegtäuschen. Die Frage sei, ob es kulturelle, religiöse oder doch soziale Probleme seien. "Wir sollten die Hoffnungen und Sehnsüchte junger Menschen ernstnehmen und Ihnen den Raum zur Verwirklichung geben", so Raed Saleh.

Professor Funke überschrieb seinen Beitrag mit „Integration statt Desintegration und für ein inklusives Klima“. Beispielhaft skizzierte er die Entwicklung des gesellschaftlichen Wandels zum Thema Integration an den Aussagen von Jörg Schönbohm, Roland Koch und Thilo Sarrazin. Das Rezept der Provokation, Aus- und Abgrenzung gegenüber „Ausländern“ greife weniger. Entgegen dem Trend, konservativer, rechter Parteien in unseren Nachbarstaaten, hat Innenminister Schäuble mit seiner Aussage, „Der Islam ist Teil Deutschlands und Europas. Der Islam ist Teil unserer Gegenwart“, einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht.

Entscheidend ist, das Thema Bildung anzupacken. Im Kern bedeutet das: Wir dürfen niemanden verloren geben. Die Chance auf Integration liegt im Erwerb der Sprache, der Sprachfähigkeit und damit im Erreichen der Ausbildungseignung. Es bedarf der Zuwendung, des Respekts und der individuellen Ansprache. Bildung und Ausbildung machen weniger anfällig für Gewalt, Kriminalität und autoritäre Strukturen. Dazu gehört der Ausbau der kostenlosen Kita, die Bildungsstätte ist, die Förderung in früher Kindheit, die Investition in Bildung, in Ganztagsschulen. „Anerkennung von Differenzen, ohne die Angst verschieden zu sein.“

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit sprach die Integration im weiteren Rahmen an und betonte den sozialen Grund. Ausgrenzung finde eben nicht nur vor dem Hintergrund von Herkunft und Religion, sondern auch des sozialen und wirtschaftlichen Stands statt. Hier liegt die Verantwortung der Politik, Chancengerechtigkeit herzustellen.

Dabei dürfe die Diskussion zur Integration nicht eine Debatte der Spezialisten sein, sondern sie gehöre in die Mitte der Gesellschaft. Integration ist als Thema der „Gutmenschen“ nicht ausreichend verankert. Wir müssen Teilhabe organisieren und dabei ist Armut das Haupthindernis. Wir müssen den Aufstiegswillen, den Klaus Wowereit bei vielen verschüttet sieht, wieder wecken. Wer sein Land verlassen hat, tat dies doch nicht freiwillig und um schlechter zu leben. Er war verfolgt, bedroht, verarmt und suchte eine neue, sichere Perspektive. Das müssen wir wieder hervorheben. Der Reiche kennt keine Sprachbarrieren, Armut wird sprachlos.

Die anschließende engagierte Diskussionsrunde leitete MdA Raed Saleh.

Text: Rolf Wiegand, Bilder Jürgen Jänen

 

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