Mutti zu Gutti

Fotos aus Mitte

Staeck: "Wieder Zeit, sich einzumischen"

Unter dem Motto "Mutti zu Gutti" demonstrierten am Wochenende über 500 Berlinerinnen und Berliner.
Eine spontane Demonstration über die Unverfrorenheit des Bundesverteidigungsministers von Guttenberg, der seine späten Bekenntnisse zur Fälschung auch noch als vorbildhaft im Bundestag verkauft. Verkäufer ist er sicher, auch ein fähiger. Volljurist ist er aber genauso wenig wie Doktor.
Die Demonstranten hatten über facebook mobilisiert und zeigten Schuhe, für die vielen fehlenden Fußnoten und den ausstehenden Rücktritt von Guttenbergs.
Rolf Wiegand, Mitglied des Landesvorstand der Berliner SPD und Klaus Staeck, Präsident der Akademie der Künste, waren ebenfalls am Potsdamer Platz und zeigten Schuh. „ Es ist wieder Zeit sich einzumischen“, sagte Staeck.
Mit seinem neuen Plakat – Bild, noch entscheidet Bild, wer wann zurücktritt, bezog der „gelernte Volljurist“ mal wieder klar Position und unterstütz die Demonstrierenden.
Auf selbst gemalten Plakaten gaben die Demonstrierenden ihre Meinung  über das Verhalten des Verteidigungsministers zu Guttenberg Ausdruck. Vergleiche mit Berlusconi und anderen dubiosen Politikern zogen diese auf ihren Spruchbändern. Für alle aber ist klar: Der adelige Bayer darf nicht länger im Ministeramt bleiben und als überführter Lügner die Bundeswehr führen.
Vom Potsdamer Platz zog der Demonstrationszug zum Bundesverteidigungsministerium, wo die Demonstration nochmals lautstark den abwesenden Verteidigungsminister aufforderten, sein Amt niederzulegen. Plagiat sei eben kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat.
Plagiat eine Straftat? Warum eigentlich? Ist das nicht nur ein akademisches Problem? Aufgebauscht von den „Eliten“?
Nein! Hier wurde von anderen abgeschrieben und deren geistiges Eigentum gestohlen. Guttenberg hat damit versucht, seinen Status deutlich zu verbessern. Das gilt, bzw. galt gesellschaftlich und wirtschaftlich. Ein Doktor gilt nicht nur als glaubwürdiger, sondern hat auch wirtschaftlich deutlich bessere Möglichkeiten. Es war sein Versuch, sein Jurastudium, nach dem ersten Staatsexamen, mit dem Doktortitel aufzuwerten und abzuschließen.
Bild und Text: Jürgen Jänen

 

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